Feuerwehr Oberreifenberg

Für einen besseren Überblick

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Bereits vor einem Jahr hat die Feuerwehr Oberreifenberg eine Drohne angeschafft. Aber erst jetzt darf sie das Fluggerät, das gleich mehrere Vorteile bietet, auch einsetzen.

Vor zwei Jahren, als die Oberreifenberger Kameraden manchmal mehrmals täglich zu Waldbränden ausrücken mussten, wäre eine Drohne hilfreich gewesen. „Von oben hätte man schneller den Rauch lokalisieren können“, meint Ingo Marx von der Oberreifenberger Wehr und stellvertretender Gemeindebrandinspektor. Er beschreibt die Situation so: „Wenn man mitten im Wald steht, riecht man oft nur, wo der Brand sein müsste, sieht aber nichts und soll entscheiden, in welchen Waldweg das Fahrzeug einbiegen soll.“

Aufklärung aus der Luft soll nun Abhilfe schaffen und die Perspektive der Feuerwehr verbessern. Bislang haben die Kameraden in Extremsituationen schon häufiger einen Rettungshubschrauber um Hilfe gebeten, um eine Brandstelle im Wald schneller finden zu können. „Aber das kann richtig Geld kosten“, so Marx. Weil sich zudem im Sommer Waldbrände rasend schnell ausbreiten könnten, spare der Einsatz der eigenen Drohne auch wertvolle Zeit. „Je schneller wir einen Überblick haben und die richtigen Maßnahmen einleiten, desto effektiver sind wir bei der Brandbekämpfung“, ist sich auch Wehrführer Michael Gutacker sicher. Vorteile könnte die Drohne auch bei Dachstuhlbränden bringen, nämlich beim Absuchen nach Brandnestern.

Der Feuerwehrverein hat die Neuanschaffung im Mai 2016 finanziert. „Die komplett mit Kamera und Fernsteuerung inklusive Tablet ausgestattete Drohne, dazu Ersatz-Akkus und die Ausbildung von vier Kameraden, haben wir uns rund 3500 Euro kosten lassen“, teilt Vorsitzender Alexander Beuth mit. Sein Dank gilt allen Besuchern der Feuerwehrveranstaltungen und allen Spendern. Doch aufsteigen durfte die Drohne noch lange nicht. Das hatten sich die Kameraden einfacher vorgestellt. Sie stellten eine Aufstiegsgenehmigung beim Regierungspräsidium. Dort galt die Absprache, dass pro Landkreis für die Feuerwehren nur eine Drohne zugelassen werden darf. Aber es tat sich nichts.

Die Genehmigung vom Kreis kam nicht, dafür am 7. April eine Änderung in der Luftverordnung. Die erleichtert den Einsatz eines solchen Kopters im Bereich der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS). Feuerwehren dürfen jetzt ohne Aufstiegsgenehmigung im Einsatzfall oder zu Übungszwecken eine Drohne einsetzen. Die vier ausgebildeten Kameraden weisen derzeit weitere Feuerwehrleute als Piloten ein. Doch einfach so dürfen die auch nicht losdüsen. Im Ernstfall muss der Einsatzleiter das anordnen und die Leitstelle darüber informieren.

„Nach unserem Wissensstand sind wir derzeit die erste Feuerwehr im Hochtaunuskreis, die auf diese Technik setzt“, stellt Beuth fest. Bürgermeister Marcus Kinkel (FWG) ist überzeugt, dass man mit einer Drohne viel Gutes machen kann, weiß aber auch, dass viel Missbrauch damit getrieben werden kann. Marx weiß, dass einige sich fragen, ob die Feuerwehr so ein Gerät unbedingt braucht. Dazu meint er: „Wir löschen damit kein Feuer, aber wir tun uns leichter.“

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