Solidarische Landwirtschaft im Taunus

Einer produziert, viele verbrauchen

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Die Vortragsreihe über die regionale Landwirtschaft und ihre Herausforderungen in der heutigen Zeit ist ein Publikumsmagnet. Nicht nur die Fachleute, auch der interessierte Normalbürger wollte Infos erhalten. Auch über komplett andere Wege wie den der „solidarischen Landwirtschaft“.

Wer beim Stichwort „solidarische Landwirtschaft“ an DDR-Zeiten mit Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften denkt, fehlt. „Solidarische Landwirtschaft ist eine Form der Vertragslandwirtschaft, bei der eine Gruppe von Verbrauchern mit einem lokalen Landwirt kooperiert“, erklärte Falk Zinke in der Wiesbachschule seinem Publikum.

Zinke bewirtschaftet mit seiner Familie in Braunfels-Neukirchen den Bioland-Sonnenhof. Auf knapp 30 Hektar werden über 30 verschiedene Sorten Gemüse erzeugt. Der Tierbestand umfasst Schafe, Hühner, Enten und Gänse. Außerdem leben drei Katzen auf dem Hof.

Das Besondere an diesem Bauernhof ist die Idee, dass Privatpersonen die Kosten der landwirtschaftlichen Produktion übernehmen und sie dafür frische, naturbelassene Lebensmittel aus der Region zu überlassen bekommen, ohne dass sie diese selbst anbauen zu müssen.

„Unser Hof ernährt die Menschen, indem diese Gemeinschaft sich die Verantwortung, die Kosten, das Risiko, aber auch die Ernte teilt“, erklärte Zinke. Somit unterstütze der entstehende unabhängige Wirtschaftskreislauf eine bäuerliche und nachhaltige Landwirtschaft, ergänzte er. Gleichsam würden die Ökosysteme und die Kulturlandschaft erhalten bleiben.

Ganz nebenbei bringe die Solidarische Landwirtschaft Menschen in Kontakt mit Gleichgesinnten und mit den Kreisläufen in der Natur.

Also warum nicht ein solches Konzept im Usinger Land mit seiner schönen Landschaft, der einzigartigen Natur und sehr guter Infrastruktur anbieten? Die Verantwortlichen bei Zobit wollen neue Denkanstöße geben und haben sich genau deswegen dieses Thema vorgenommen.

Nach den Vorträgen über die Herausforderungen für den heimischen konventionellen Landwirt als Unternehmer und Landschaftspfleger, den Artenschutz im Grünland und den Grundsätzen biologischen Anbaues und die Chancen der Vermarktung, kam mit dem Vortrag über die solidarische Landwirtschaft ein weiterer Aspekt und eine völlig andere Vorgehensweise hinzu. Die Idee, sich die Ernte zu teilen, stieß bei den Zuhörern auf großes Interesse. Ähnelt das Projekt doch dem der Kartoffelgruppe, die allerdings im Gegenteil zur solidarischen Landwirtschaft ihre Kartoffeln selbst anbaut.

Zobit-Mitglied Heinz Schießer ist stolz, dass sich der Verein inzwischen über die Gemeindegrenzen hinaus etabliert habe, indem er wichtige Themen wie die gerade abgeschlossen Vortragsreihe über die Landwirtschaft beackere. Auch gebe es im Usinger Land schon einen Landwirt, der sich sehr für das System der solidarischen Landwirtschaft interessiert und diese eventuell einführen möchte.

Wer mehr über den Sonnenhof wissen möchte, kann im Internet unter alles erfahren.

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