Im Einsatz für das Eisstockschießen

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Als Botschafterin für ihren Sport war Kirsten Schmidt vom Ski-Club Reifenberg in diesem Jahr bei den zweiten Olympischen Jugend-Winterspielen in Lillehammer. Ihr Ziel und Herzenswunsch: Eisstockschießen muss einfach olympisch werden.

Eisstockschießen ist für etliche Mitglieder vom Ski-Club Reifenberg die ganz große Leidenschaft. Erfolge bleiben da natürlich nicht aus. Nur um die Anerkennung als olympische Disziplin kämpfen die Eisstockschützen bislang vergeblich.

Vize-Präsidentin des Deutschen Eissportverbandes (DESV) ist Karin Schmidt vom Ski-Club Reifenberg. Dass ihre Tochter Kirsten sich genauso für den Sport mit den schnellen Scheiben begeistert, liegt auf der Hand. Im Februar war sie mit neun Jugendlichen bei den zweiten Olympischen Jugend-Winterspielen in Lillehammer, um dort im Rahmen des Kulturprogramms diesen Sport vorzustellen und letztlich das olympische Komitee zu überzeugen.

„Ich wurde auch gleich genommen“, erzählte Kirsten Schmidt. Die 39-Jährige ist quasi ein alter Hase und begleitete jetzt neun Jugendliche aus aller Welt im Alter von 15 bis 21 Jahren. Darunter befand sich auch ein Kenianer, der erst seit einem Jahr trainiert, aber schon einen mächtigen Schuss drauf hat, wie die Fachfrau anerkennend berichtete.

Doch einfach nach Lillehammer fahren und losschießen, so einfach war das im Februar nicht. Der Zug blieb bei

17 Grad minus

wegen eines Eisblocks auf den Schienen stehen. Bis endlich ein Taxi kam, bibberten vor allem die jungen Leute, die aus wärmeren Gefilden angereist waren. Die Weiterfahrt mit dem Taxi zum Olympiagelände kostete dann für 15 Kilometer stolze 110 Euro. Aber die gigantische Eröffnungsfeier der Spiele machte alles wieder wett.

In Lillehammer eine ebene Fläche zum Eisstockschießen zu finden, sei gar nicht so einfach gewesen, „weil dort alles gebirgig ist“, berichtete Kirsten Schmidt. Im Hinterhof eines Cafés durften sich die Eissportler dann breitmachen. Aber einfach loslegen, wäre zu schön gewesen. Zwei Tage Arbeit standen an, um die Bahn aus blankem Eis, die laut Kirsten Schmidt verdammt schnell war, für die Vorführungen vorzubereiten. Die Spielfelder mit den Zielpunkten mussten eingezeichnet, die Holzbanden angebracht werden. Dabei zeigte Kirsten Schmidt, dass sie nicht nur mit dem Eisstock umgehen kann, sondern auch mit dem Bohrhammer.

Dann durften „ihre Jugendlichen“ vier Tage lang von 10 bis 19 Uhr zeigen, wie Eisstockschießen funktioniert. Warum es so viel Spaß macht, wurde bei dem wirklichen sehenswerten Showprogramm deutlich, das die jungen Sportler sich ausgedacht hatten. Jetzt hofft nicht nur Kirsten Schmidt, dass auch IOC-Präsident Dr. Thomas Bach überzeugt worden ist. „Eisstockschießen muss einfach olympisch werden“, wünscht sich die Athletin aus der Feldberggemeinde und hat dabei die Unterstützung aller Eisstockschützen.

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