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Kinan sorgte für das Pflanzloch, Noemie besorgte den Rest. Bevor die Pfadfinder 50 Buchen pflanzten, sammelten sie säckeweise Müll an der Weil.

Turmfalken

Im Einsatz für die Natur

Die Turmfalken flogen aus und machten reichlich Beute. Es handelte sich allerdings nicht um Raubvögel, die Mäuse jagen wollten, sondern um die Baptistischen Pfadfinder, die Jagd auf den Müll im Weiltal machten.

Von F. SALTENBERGER

Pfadfinder haben traditionell einen besonderen Bezug zur Natur. Als Schöpfung Gottes haben die Baptistischen Pfadfinder darüber hinaus noch einen engeren Bezug zur Natur, die es zu bewahren gilt. Leider denken nicht alle Menschen so und werfen Dinge achtlos in die Gegend oder benutzen Feld und Wald als Müllabladeplätze.

Das Weiltal ist eines der schönsten Täler im Taunus, und die Weil wird von einem beliebten Wander- und Spazierweg begleitet. Den Abschnitt zwischen Dorfweil und Brombach nahm sich der Stamm der Turmfalken nun vor, um unter der Regie von Revierförster Axel Dreetz auf- und einzusammeln, was andere weggeworfen oder entsorgt haben. Die Baptistischen Pfadfinder machen dies schon seit vielen Jahren, und immer noch dabei ist die Gründerin des Stammes, Edine Rieck, die inzwischen Ehrenpfadfinderin ist.

Vor allem waren es aber die Piranhas, Pumas und Fledermäuse und wie die neun Sippen auch immer heißen, die ins Gebüsch krochen, um Müll aller Art aufzustöbern und einzusammeln. So standen bald immer mehr prall gefüllte blaue Säcke entlang des Weiltalweges und wurden anschließend per Anhänger abgeholt.

Auch der Landstraße nach Neu-Anspach, die zwischen Brombach und Dorfweil von der Weilstraße abbiegt, folgten die Müllsammler und suchten das Umfeld der talseitigen Parkplätze ab. Fündig wurden sie auch hier und transportierten auch Dinge ab, die in keinen Müllsack passten, beispielsweise komplette Autoreifen.

In den zwei Stunden am Samstagvormittag kam so einiges zusammen, aber danach legten die Turmfalken die Hände noch nicht in den Schoß, sondern pflanzten auch noch Bäume. „Wir haben 50 Buchen, so dass jeder mindestens ein Bäumchen pflanzen kann“, sagte der Förster und machte sich mit den Pfadfindern auf den Weg. Am Rande des Tals ging es bergauf, und wo der Wald ins Feld übergeht, schlugen die Großen den Wiedehopf in den Waldboden, die Kleinen setzten die kniehohen Setzlinge ein und traten das Erdreich um die Wurzel wieder fest. Zwischen Douglasien können diese nun aufwachsen und die Vegetation bereichern, damit der Wald seine Vielfalt und Schönheit behält.

Nach der Arbeit hatte Förstergattin Ulrike Dreetz ihren großen Auftritt, der von manchem schon ungeduldig erwartet wurde: Rechtzeitig zur Mittagessenszeit kam sie mit selbst gemachtem Bohnen-Chili-Eintopf angefahren. Der schmeckt erfahrungsgemäß an sich schon gut, aber in der Natur – und dazu in einer von Müll befreiten – noch viel besser.

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