Eiswurf: Weitere Rätsel

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Noch ist die Ursache für die Eisfunde am Windpark Weilrod nicht geklärt. Fest steht, dass sich einige Windräder wegen Eisbildung abgeschaltet haben. Wie und warum die Rotoren aber später wieder angesprungen sind, ist bislang unbekannt.

Die Ursache dafür, dass es im Bereich der Windenergieanlagen im Windpark Weilrod in den ersten Tagen des neuen Jahres zu Eiswurf gekommen ist – die Bürgerinitiative Naturpark ohne Windräder (N.o.W.) hat dies eigenen Angaben zufolge festgestellt  – , war auch gestern noch in Teilen ungeklärt. Wie die Wiesbadener Betreibergesellschaft ABO Wind über ihre Pressesprecherin Lena Fritsche erklärte, schließt man einen Zusammenhang mit dem Betrieb der Windräder nicht aus, hält allerdings auch Eisbruch von Bäumen für möglich.

Die gefundenen Eisstücke ließen sich aufgrund ihrer teilweise runden Form nicht zweifelsfrei den Rotorblättern zuordnen. Fritsche betonte außerdem, dass die Eisdetektoren der Anlagen funktionieren.

So sei dokumentiert, dass verschiedene Anlagen sehr wohl automatisch abgeschaltet worden seien, zum Beispiel die Anlage WEA 1 am 30. Dezember um 7 Uhr, am 2. Januar um 6 Uhr und am 4. Januar um 0.31 Uhr. Rätselhaft sei es dem Unternehmen bislang indes, wie die Anlagen ihren Betrieb später wieder aufgenommen haben: „Wir haben sie nicht wieder angestellt“, sagte Fritsche und verwies darauf, dass dies händisch nach einer optischen Begutachtung zu erfolgen habe.

Möglich und wohl auch wahrscheinlich sei, dass der Hersteller der Anlagen, das Rostocker Unternehmen Nordex, das fernwirksam in den Betrieb der Anlagen eingebunden ist, die mehrfach abgestellten Windräder einfach wieder zum Drehen gebracht hat.

„Das muss so sein, denn sonst würden sie ja nicht wieder laufen. Klar ist jedoch, dass sich so etwas nicht wiederholen darf. Bislang ist so etwas aber auch noch nicht vorgekommen“, sagte Fritsche.

Andererseits gebe es bei solchen, in Deutschland jedoch sehr seltenen Wetterlagen keine hundertprozentige Sicherheit: „Das trifft für Windräder ebenso zu wie für Bäume, Türme oder Hochhäuser“, so Fritsche, die es allerdings für unwahrscheinlich hält, „dass die Eisbrocken von den Rotoren genau auf die Waldwege geschleudert werden sollen, wie N.o.W. das behauptet.

Eisbruch gebe es auch bei unbeweglichen Objekten, da fielen die Brocken allerdings mehr oder weniger wie Steine senkrecht zu Boden. Bis gestern Nachmittag wartete man in Wiesbaden noch auf Antwort aus Rostock.

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