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Sarah-Lena Antes (links) und Verena Heyroth sprechen für viele junge Eltern, die den Spielplatz im Wohngebiet Schleichenbach II gerne ohne Müll und Hundekot sehen würden.

Usingen

Ekel-Faktor auf dem Spielplatz in Usingen

  • vonAndreas Burger
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Herrchen zeigen keine Einsicht und hinterlassen Haufen ihrer Hunde auf den Spielplätzen in den Neubaugebieten Schleichenbach I und II.

Usingen – Das Problem ist so alt, wie es Hunde, Spielplätze (und alle anderen öffentlichen Flächen) und uneinsichtige Herrchen respektive Frauchen gibt. Für die beiden jungen Mütter Sarah-Lena Antes und Verena Heyroth, beide auch im Förderverein der Usinger Kita Hand in Hand, heißt das aber nicht, dass ein altes Thema nicht aktuell sein kann - im Gegenteil.

Mit Blick auf die Spielplätze in den Neubaugebieten Schleichenbach I und II wird das Problem, besser werden die Probleme sehr schnell sichtbar. Auf dem alten Spielplatz etwa häuft sich der Müll, der neue Spielplatz hat auch Haufen, die stammen aber von Hunden. Beides ist unschön, letzteres auch noch unappetitlich. "Klar machen wir die Hinterlassenschaften weg, wenn wir mit unseren Kindern auf dem Spielplatz sind, aber das ist richtig eklig", sagte Antes. Und zudem ist es auch nicht die Aufgabe der Spielplatznutzer, sich um die Häufchen zu kümmern.

Dabei macht es die Stadt Hundebesitzern nun wirklich einfach: An den Eingängen finden sich gut bestückte Tüten-Stationen, mit denen man den Dreck entfernen könnte. Aber die Betonung liegt auf "könnte". "Wobei ich kürzlich eine Frau mit ihrem Hund beobachtet habe, die das Tier gleich weitergezogen hat, damit es weiter unten im freien Feld sein Geschäft macht", so Heyroth.

Kein Kläger, kein Richter

Da gehört der Dreck eigentlich auch nicht hin - aber immer noch besser als im Sandkasten. Verstehen kann das Verhalten der Hundebesitzer niemand. Denn gerade auf Spielplätzen ist die Gefahr einer Infektion groß. Kinder krabbeln auf allen Vieren, nehmen alles in die Hand und auch gerne dann die Hand in den Mund. Und ein Tritt mit den Schuhen in einen solchen Haufen ist auch kein Vergnügen und zieht aufwendige Reinigungsarbeiten nach sich.

Nun hat die Stadt natürlich eine sogenannte Gefahrenabwehrverordnung, die in Paragraf 8 eindeutig regelt: "Es ist untersagt, Tiere auf Kinderspielplätze, insbesondere auch an und in Sandkästen, mitzunehmen oder dort frei laufen zu lassen." Aber wie immer gilt: Wo kein Kläger, da kein Richter. Sprich: Die uneinsichtigen Tierbesitzer müssten auf frischer Tat ertappt werden - gemeint ist natürlich der Hund.

Der Bauhof kennt das Problem und füllt inzwischen fast täglich die sogenannten Hundestationen mit den Plastikbeuteln auf - und nimmt regelmäßig die Hinterlassenschaften auch mit. Denn mancher Hundeherr hebt zwar den Haufen auf, lässt aber die Tüte liegen. Und für die städtischen Mitarbeiter ist es nicht vergnügungssteuerpflichtig, die Kothaufen mit oder ohne Tüte zu entsorgen.

Klar haben die beiden Frauen das Problem auch schon mal bei der Stadt gemeldet, der Bauhof hat reagiert - und der nächste Hund ka. . .m bestimmt. Das Ganze ist also eine Art unendliche Geschichte. Es sei denn, die entsprechenden Menschen zeigen künftig Einsicht: "Es sind ja nur ein paar Meter vom Spielplatz ins Feld", so Antes. Die könne man doch den Hund einfach an der Leine weiterziehen. Was bleibt, ist also wie immer der Appell an die Vernunft der Hundebesitzer, den Spielplatz und die Gesundheit der Kinder zu schonen. bur

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