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Monika Droeser erhielt vom Land Hessen die Pflegemedaille.

Auszeichnung

Engagement aus Nächstenliebe: Monika Droeser mit hessischer Pflegemedaille geehrt

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Die Pflege eines Menschen ist wahrlich nicht immer einfach. Um so mehr Beachtung verdienen diejenigen, die sich für Menschen einsetzen die Hilfe brauchen. Monika Droeser ist so jemand und zeigte im Gespräch mit der TZ, dass sie eine einfühlsame Powerfrau ist mit dem Herz am rechten Fleck.

Immer mehr Menschen pflegen ihre Angehörigen zu Hause und es erscheint wie eine moralische Verpflichtung sich um diejenigen so lange wie möglich zu Hause zu kümmern, die es nicht selbst tun können. Dabei gehen viele an ihre Belastungsgrenze und teilweise darüber hinaus.

Monika Droeser (62) aus Pfaffenwiesbach hingegen ist eine Frau, die sich jenseits der familiären Bande selbst moralisch verpflichtet hat zu helfen. Seit nunmehr 31 Jahren kümmert sie sich um eine Friedrichsthaler Dame im Rollstuhl. Ehrenamtlich. Als sie 1987 während ihrer Trennung von ihrem Mann mit den beiden Kindern nach Friedrichsthal zog, „da brauchte ich ja noch eine Aufgabe“, erzählt die gelernte Drogistin lächelnd.

Damals sei sie angesprochen worden, ob sie zwei Frauen im Rollstuhl im Haus und Garten helfen könnte. „Anfangs war das eher sporadisch, dann wöchentlich und als vor 28 Jahren eine der beiden Frauen verstarb, kam ich täglich“, erzählt Monika Droeser. Ihre Kinder waren damals noch klein, wuchsen mit diesem sozialen Engagement auf. Gartenarbeit, Gardinen waschen, Wäsche machen, gemeinsam einkaufen gehen und den Hund abends noch mal ausführen – all das hat sie über Jahrzehnte gemacht, ohne dafür Geld zu bekommen.

Als Droeser 1997 nach Pfaffenwiesbach zog, wo sich die alleinstehende Frau ein Haus baute, parallel dazu ihre Schwiegermutter und den kranken Vater bis zum Tod pflegte, hat sie ihre „Rollstuhldame“, wie sie sie liebevoll nennt, aber keineswegs allein gelassen. Im Gegenteil. „Das lief alles parallel.“ Aus der Helferin wurde mit der Zeit eine Freundin, aus der Freundin Familie. Droesers beiden Enkeltöchter nennen sie gerne“ Oma Tick Tack“, „das kommt aber nicht von Süßigkeiten, sondern von dem Wort Uhr“, erklärt Droeser. Alle haben die pflegebedürftige Frau ins Herz geschlossen.

Aufgaben sucht Monika Droeser immer wieder und nichts scheint ihr zu viel zu sein. „Ich konnte noch nie still sitzen und brauche immer eine Aufgabe.“ Wenn Menschen ihre Hilfe brauchen, lässt sie ihr eigenes Tun auch stehen und liegen, „denn die Arbeit zu Hause wartet auf mich.“ Sie ist immer in Bewegung und dabei bestens organisiert. „Für mich ist es wichtig, Dinge gleich zu erledigen und strukturiert vorzugehen.“

Warum die Pflege der Frau Liebe statt Mühe ist, erklärt sie so: „Man bekommt menschlich doch so viel zurück, dass man doch gar nicht von Arbeit reden kann“, ist sie überzeugt. Dass man die Arbeit auch sehen muss, das habe ihr ihre Ausbilderin in der Usinger Drogerie Reusch am ersten Tag ins Stammbuch geschrieben und das hat die damals 16-Jährige keinen Tag vergessen.

„Außerdem ist das doch kein Weg von Pfaffenwiesbach nach Friedrichsthal“, ist sie überzeugt. Und auch wenn ihre Freundin im Krankenhaus ist, fährt sie sie täglich besuchen, nimmt den Hund zu sich, plant ihren Urlaub entsprechend und achtet auf frische Blumen, wenn ihre „Familie“ aus dem Krankenhaus kommt. Deren Vorlieben zu kennen, ist ihr wichtig und danach zu handeln. Die Auszeichnung mit der Hessischen Pflegemedaille macht sie stolz. Eingefädelt hat es ihr Chef, Grundschulleiter Christoph Hares von der Maria-Scholz-Schule in Bad Homburg der durch Zufall vom Engagement seiner Schulsekretärin erfuhr. Geahnt habe sie nichts bis zu dem Tag als die Einladung kam. Doch dann war sie nicht nur überrascht, sondern auch gerührt über die Auszeichnung. Und dass sie am Tag der Urkunden- und Medaillenübergabe auch noch neben Staatsminister Stefan Grüttner (CDU) Platz nehmen durfte, wird ihr zumindest für den Moment unvergessen bleiben, bevor sie sich wieder ihren täglichen Aufgaben zuwendet.

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