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In ihrem neuen Stück greifen die Usi English Actors ein ernstes und aktuelles Thema auf, gleichwohl kommt der Spaß nicht zu kurz.

Laienspielgruppe

Usi English Actors bringen im November „Welfarewell“ auf die Bühne

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Die Usi English Actors bringen großes Theater auf die Bühne. In diesem Herbst zeigen sie ein preisgekröntes Stück, das neben Humor auch an Tiefgang nichts vermissen lässt.

Steigende Mieten und Nebenkosten, geringe Renten und Menschen, die immer älter werden, sind normalerweise nicht unbedingt die Themen, die Menschen jubeln lassen. Und sie zaubern den Menschen schon gar kein Lächeln ins Gesicht, denn die Sache ist ernst. Genauso ernst wie für Esmeralda Quipp. Die 80-jährige Shakespeare-Darstellerin wird aus ihrem Fach gedrängt, von neuen, jüngeren Darstellern, und so muss sie in Rente gehen.

Hinzu kommt, dass sie auch die körperlichen Malessen des Alters spürt. Doch die „Neu-Rentnerin“ hat ein ernstes Problem. Ihre Rente reicht nicht für alle Kosten wie Miete, Nebenkosten und die benötigten Medikamente.

Kein Zweifel, das Thema, das die Laienspielgruppe Usi English Actors in diesem Jahr auf die Bühne bringt, ist bei genauer Betrachtung nicht unbedingt nur ein Zuckerschlecken. Und das mit Absicht. „Wir wollten weg von dem Klamauk“, erklärt Regisseur Davies Jamieson. Das Stück „Welfarewell“ aus der Feder von Cat Delany wurde vom Samuel-French-Theaterverlag zum besten kanadischen Stück 2009 gekürt und wirft einen kritischen Blick auf die Gesellschaft.

Die Usinger Laienschauspieler wären nicht sie selbst, wenn bei all der Tragik nicht auch eine gewisse Komik vorherrschen würde. Doch es ist weitaus mehr der subtile Humor, der witzige Szenen entstehen lässt, zu denen die Darsteller mit ihrer ganz eigenen Art beitragen. „Die englische Sprache dieses Stückes ist anspruchsvoller als die der vorhergehenden“, sind sich die Darsteller einig, die bereits seit einigen Monaten intensiv am Proben sind. Verständlich bleibt es, so viel steht fest, dennoch mussten die Usinger einige neue Schimpfworte lernen und auch das ein oder andere Wort, das bislang im Sprachschatz nicht vorkam.

Doch zurück zum Stück. Esmeralda Quipp, gespielt von Martin Nikolaischwili, sieht sich in einer schier ausweglosen Situation, aber, wie das bei Schauspielern so üblich ist, sie improvisieren bei Bedarf. Quipps Improvisation hingegen erscheint etwas unorthodox. Ihre tote Katze versucht sie aus Kostengründen im Hof des Vermieters zu vergraben, und so landet sie schließlich im Gefängnis. Der schlechteste Ort? Schnell erfährt sie, dass es auch im Knast Gemeinschaft gibt, ganz zu schweigen von freier Kost und Logis.

Der Ort für Verbrecher wird zur Insel der Glücksseligkeit für die alte Dame, wäre da nicht der gutmütige Pflichtverteidiger (Stefan Stemmler) der sie immer wieder raushaut. Und so kommt es zu kruden Plänen, wie die Insassen raus und die Rentnerin wieder ins Gefängnis kommen kann.

Mit Thomas Tepel, Heike Albinus, Claudia Geibel, Dorothea Baumgarten, Regina Reich, Monika Fischer, Hans-Joachim Telemann, Dilys Daniel-Tagisade und Uwe Brasig steht ein gut eingespieltes Team auf der Bühne, das sogar Doppelrollen spielt, um dem großen Stück gerecht zu werden.

„Bei der Bühne sind wir in diesem Jahr sehr minimalistisch“, verrät Jamieson. Da es durchaus parallele Orte gebe, an denen gespielt wird, überlegt das Ensemble, die Szenen auf zwei Bühnen zu spielen. Viel Dekoration und Ausstattung werde es nicht geben, so dass sich der Fokus der Zuschauer allein auf die Darsteller selbst und das gesprochene Wort richtet.

Derzeit reichen noch die wöchentlichen Proben aus, obgleich Jamieson noch nicht vollauf zufrieden ist mit der Qualität des zweiten Aktes. Der erste Akt hingegen sitzt, und so konzentriert sich das Ensemble derzeit auf die Feinheiten von Gestik und Mimik, während parallel dazu noch an einigen Stellen das Textbuch befragt werden muss.

Zu sehen ist das neue Stück der Usi English Actors am Wochenende vom 23. bis 25. November im WilhelmjSalon auf dem Schlossgarten Campus. Karten gibt es ab dem 1. November im Vorverkauf bei Schreibwaren Merget am Riedborn in Usingen, Restbestände an der Abendkasse.

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