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Entwicklung beschleunigt sich

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Prügeleien und andere Ausfallerscheinungen gibt es bei Fastnacht, Kerb und Co. nicht erst seit diesem Jahr. Allerdings sind sie in früheren Jahrzehnten seltener ausgeufert.

Prügeleien und andere Ausfallerscheinungen gibt es bei Fastnacht, Kerb und Co. nicht erst seit diesem Jahr. Allerdings sind sie in früheren Jahrzehnten seltener ausgeufert. Unbeteiligte, erst recht Eltern von Kindern, waren tabu; wer am Boden lag, „hatte genug“. Auch kam es durchaus vor, dass sich die Kontrahenten nach einem „handfesten“ Streit wieder zusammen an die Theke setzten. Entsprechende Erzählungen hat fast jeder (männliche) Erwachsene über 50 parat.

Doch in den vergangenen Jahren ist eine Verrohung zu beobachten. Die Entwicklung beschleunigt sich, auch weil die Mitte der Gesellschaft in vielen Fällen nicht mehr ohne weiteres bereit ist, ihre Freiheit und ihre Werte selbst zu verteidigen. Statt Zivilcourage zu zeigen und vor einer Eskalation einzuschreiten, schauen zu viele Leute weg – oder machen Bilder mit dem Handy. Nicht, um sie anschließend der Polizei zur Verfügung zu stellen, sondern um sie zu posten und zu zeigen: „Schaut! Ist schlimm, wie sich die Welt entwickelt.“ Wohl auch deswegen, weil niemand sicher sagen kann, ob der Gegenüber „nur“ die Fäuste hat oder eine Waffe zieht.

Trotzdem: Unabhängig von Alter, Aussehen, Herkunft oder Geschlecht: Polizei, Justiz, aber auch jeder Einzelne muss nach seinen Möglichkeiten dazu beitragen, dass Straftaten unterbunden oder, passieren sie doch, konsequent verfolgt und geahndet werden.

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