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Entlang der Usa wurden die Erlen geschnitten und das aus gutem Grund, denn sie waren von einem Pilz befallen.

Usa-Ufer

Erlen mussten wegen Schlauchpilz abgeholzt werden

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Aua – der Anblick tut richtig weh! Hinter dem Ortsausgang von Usingen an der Bundesstraße 275 wurden nach dem Abzweig der Kreisstraße in Richtung Pfaffenwiesbach entlang der Usa zahlreiche Bäume abgeholzt. Die TZ sprach mit einem Experten darüber.

Lediglich ein paar kümmerliche Stummel der einst stattlichen Erlen säumen an vielen Stellen den Bachlauf der Usa im Uferbereich in Richtung Ober-Mörlen. Doch statt zu lamentieren und über Umweltfrevel zu schwadronieren, lohnt es sich, die Gründe für die Abholzung bei der für die Gewässerpflege zuständigen Stelle der Stadt Usingen zu erfragen.

Grundsätzlich muss die Stadt Usingen dafür sorgen, dass im Turnus von zehn Jahren alle Bachläufe – im gesamten Stadtgebiet sind das immerhin 40 Kilometer – gehegt und gepflegt werden. „In diesem Jahr stand die Usa auf diesem Abschnitt wieder auf dem Programm“, teilt dazu der Usinger Förster Karl-Matthias Groß auf Anfrage mit. Bei der Gewässerschau wurde erkannt, dass der Erlenbestand ausgelichtet werden muss. Gemeinsam mit der Unteren Naturschutzbehörde des Hochtaunuskreises legte die Stadt fest, welche Bäume gefällt werden mussten. Es gab verschiedene Gründe, warum die Bäume fallen mussten. Zum einen waren einige Exemplare von einer Krankheit, dem Schlauchpilz, befallen.

„Andere wiesen einige Stammschäden auf, und bei wieder anderen war die Krone zwischen anderen höheren Bäumen eingeklemmt“, erläutert der Forst-Experte. „Diese haben wir gekennzeichnet und aus dem Bestand genommen.“ Der Zeitpunkt war günstig, weil es für das Usa-Tal als FFH-Gebiet eine staatliche Förderung gibt, wenn durch die Auslichtung die Vegetation und Mäandrierung des Bachlaufs verbessert wird.

Gewiss sieht der kahle Wurzelstock für den Laien ziemlich trist, traurig und trostlos aus. Doch Groß garantiert, dass schon bald, ähnlich den auf Stock geschnittenen Weiden, auch bei den Erlen bald wieder Knospen und Triebe aus dem Wurzelstock ausschlagen. „Junge Triebe wachsen so wieder dem Licht entgegen“, erläutert Usingens Förster.

Weil nun die Erlen im Uferbereich wieder in unterschiedlichen Wachstumsperioden stehen, finden zudem wieder Vögel einen Durchschlupf und einen Platz in den Kronen des anderen Erlenbestandes. „Auch optisch ergibt sich ein abwechslungsreicheres Bild, weil die Erlen durch die alle zehn Jahre stattfindende Auslichtung nun wieder in mindestens drei Höhen wachsen“, sagt der Forstmann.

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