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Das Partyvolk auf der Deponie Brandholz kam überwiegend aus dem Usinger Land und hatte Toplaune mitgebracht.

Erst wird Brandholz zum nächtlichen Mega-Dancefloor . . .

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Recycelte Dance-Floor-Hits und aktuelle Mixturen: Die Jugend des Usinger Landes rockte auf der Deponie Brandholz bis spät in die Nacht und „YOU-FM“ lieferte ihnen dabei alles andere als Müll.

„FM“ könnte für „full moon“ stehen, der stand nämlich unübersehbar in der Nacht zum Samstag am Himmel und verlieh der Szenerie einen silbernen Glanz. Es steht natürlich auch für das Sendeverfahren der Frequenzmodulation, aber in Verbindung mit „You“ steht es vor allem für „fresh music“.

„YOU-FM“, young fresh music, ist ein Jugendformat des Hessischen Rundfunks, und es ist hierzulande nicht nur über die UKW-Frequenz 94,0 MHz zu hören, sondern auch live. Das war, wie gesagt am Freitagabend bei Vollmond auf der Deponiebrandholz der Fall. Die YOU-FM-Party war im Vorfeld des Tages der offenen Tür auf der Deponie zu Gast. Dort, wo normalerweise Recycling-Müll sortiert, hin und her gefahren wird, war die Fläche leergeräumt, eine große Bühne schloss den Platz ab. Die Tore der Fahrzeug- und Lagerhalle waren hochgezogen, in den Einfahrten gab es Getränke und Wurst vom Grill. Die Hausen-Arnsbacher Feuerwehr hatte die Grillerei und den Ausschank übernommen. Die Rechnung ging auf. Die Parkmöglichkeiten waren schnell ausgeschöpft, viele machten sich auch zu Fuß aus den umliegenen Orten auf den Weg, und es rollten ständig Shuttlebusse an. So kamen rund 1000 Jugendliche auf der Deponie zusammen, was den Geschäftsführer der Rhein-Main-Deponie, Markus Töpfer, sehr freute.

Der mischte sich als Veranstalter unter die Gäste und war mit der Party hochzufrieden. Für die Stimmung sorgten die YOU-FM-Profis, die mit FM-Power die Deponie beschallten und mit Licht- und Nebeleffekten die Musik verpackten. Recycelt wurden unter anderem Dance-Floor-Hits der letzten 30 Jahre. „Ward ihr da überhaupt schon auf der Welt“, fragte Marvin Fischer als er einen Titel der Backstreet Boys ankündigte: „Everybody, rock your body, backstreet’s back, alright“, heißt es da. Gerockt wurde allerdings doch mehr im Stil von heute.

Das heißt, das „Asphalt-Parkett“ vor der Bühne war ein riesiger Dancefloor, auf dem man zusammenstand, und wer „Bock“ hatte, der tanzte: „Disco pogo dingelingeling“, war so ein weiterer alter Ohrwurm. Pogen ist allerdings schon längst wieder out, aber dass auch die alten Party-Klamotten wieder „fresh“ aufgebügelt wurden, war DJ A.B. zu verdanken. Ob Backstreet Boys oder andere Oldies, A.B. mixte die alten „Dingelingelinger“ wieder zurecht.

Und der Moderator des Senders, Marvin Fischer, tanzte dazu vor dem Mixpult hin und her und machte mit den Fans Party: „Wir können nicht nur House und Techno, wir können auch Hip Hop und R’n’B“, tönte er, und A.B. bewies es postwendend. „Wo sind die Hände“, diese Standardfrage von der Bühne beantworteten die Fans willig, indem sie dem Einpeitscher die Arme entgegenstreckten. Mal wurden die Männer, mal die „Ladys“ zum kollektiven „Yeahhhhhh“ aufgefordert und Fischer wollte auch wissen, wo die Fans herkamen: „Wer ist aus Neu-Anspach? Wer ist aus Usingen? Wer ist aus Bad Homburg? Bei Usingen und Neu-Anspach, hielten sich die Hände und das „Yeahhhhhh“ die Waage, bei Bad Homburg sank der Pegel. Aber da war ja auch Laternenfest, und so war auch bewiesen, dass die Deponie-Party vor allem ein Ereignis für das Usinger Land und die Standortkommune war, obwohl ja dort oben der Müll des gesamten Hochtaunuskreises schlummert und künftig Biomüll verarbeitet wird.

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