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Winden, hier von Heinzenberg aus gesehen, ist Götz Esser so sympathisch, weil es sich als kleinster Weilroder Ortsteil nicht unterkriegen lässt und seine Gemeinschaft pflegt. Foto: Schneider

Ein Schubs für ländliche Gebiete

Europa unterstützt Maßnahmen in Schmitten, Weilrod und Glashütten

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Das europäische LEADER-Programm hat die Förderung ländlicher Strukturen als Gegengewicht zu den Ballungsräumen zum Ziel. Die Hochtaunusgemeinden Weilrod, Schmitten und Glashütten sind mit im Boot und können auf finanzielle Unterstützung hoffen.

„Die Liaison entre actions de développement de l’économie rurale“, kurz LEADER, ist ein bereits 1991 von der Europäischen Union aufgelegtes Förderprogramm, das die Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft modellhaft fördert. Lokale Aktionsgruppen erarbeiten vor Ort Entwicklungskonzepte. Ziel ist es, die ländlichen Regionen auf dem Weg zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen.

Der LEADER-Ansatz ist seit 2006 als eigenständiger Schwerpunkt in die Mainstream-Förderung der EU aufgenommen worden. Der dem Hochtaunuskreis im Westen benachbarte Rheingau-Taunus-Kreis ist eine von mehreren hessischen Förderregionen und durch das Feldberggebiet im Osten abgerundet worden. Demzufolge gehören die dem Großen Feldberg nächstgelegenen Kommunen Weilrod, Schmitten und Glashütten mit dazu.

In der Sitzung des Bauausschusses der Weilroder Gemeindevertretung am Donnerstag gab die Regionalmanagerin für das LEADER-Programm, Martina Rosanski, einen Überblick über bereits abgeschlossene, kurz vor ihrem Start stehende und geplante Projekte innerhalb der Region Rheingau-Taunus mit ihren 678 Quadratkilometern, 13 Kommunen und 138 000 Einwohnern. Bis 2020 stehen Fördermittel in Höhe von 2,18 Millionen Euro zur Verfügung.

Gefördert werden kann grundsätzlich alles, was der LEADER-Idee entspricht, sagte Rosanski. Das könne ein Startup-Unternehmen sein, wenn es der Region dienlich ist. Aber auch für die regionale Versorgung mit Dienstleistung wichtige Handwerksbetriebe können gefördert werden. Die

Förderquote

n sind abhängig von der Wirtschaftskraft der Gemeinden, Weilrod kann mit einer Projektförderung von 65 Prozent rechnen, in Schmitten sind es 60 Prozent, in Glashütten 55 Prozent.

Sechs Projekte sind bereits in der Umsetzung, etwa die Wiederbelebung des Bad Schwalbacher Kinos, die touristische Vermarktung von Bad Schwalbach, wo 2018 die Landesgartenschau stattfindet, oder ein Wirtschaftsdialog zur Generierung von Wertschöpfungsketten und branchenübergreifenden Synergieeffekten im Rheingau-Taunus-Kreis. Noch in diesem Jahr werden auch die Feldbergkommunen Weilrod, Schmitten, Waldems und Glashütten zum Zuge kommen im Rahmen des Förderprogramms.

Unter dem Label „4 machen mobil“ soll das Mitfahrportal FLINC an den Start gehen. Weilrods Bürgermeister Axel Bangert (SPD) nannte das von der Deutschen Bahn professionell gemanagte System, das Individual- und Öffentlichen Personennahverkehr auf kurzem Wege per Smartphone vernetzt, einen interessanten, viel Flexibilität bietenden Mobilitätsansatz und eine große Chance. Bangert rechnet damit, dass vor allem Technik-affine jüngere Menschen, für die ein eigenes Auto heute nicht mehr die oberste Priorität hat, mit FLINC fahren werden. „Das System potenziert sich sehr schnell kreisübergreifend“, sagte Bangert.

Schmitten steht schon in den Startlöchern und will mit einem Immobilienmanagementsystem zur Erfassung und Vermarktung leerstehender Häuser im Gemeindegebiet sowie einem Pendelbus-Angebot für Besucher des Feldbergs am LEADER-Programm teilnehmen.

Als tourismusfördernde und der Entzerrung des Ausflugsverkehrs rund um den Feldberg dienende Maßnahme habe der Pendelbus Chancen, gefördert zu werden, sagte Rosanski.

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