Montessori EcoSchool

Extra früh aufgestanden, um Kröten zu retten

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Dienstags und donnerstags sind jeweils drei Grundschüler der Montessori EcoSchool schon vor Schulbeginn fleißig. Sie helfen dem Amphibienteam Hochtaunus, Kröten zwischen Schmitten und Niederreifenberg zu retten. Gleichzeitig lernen sie viel über die Natur.

Dass sie gestern früher aufstehen mussten, war für Lea, sechs Jahre, sowie Tane und Silvan, beide neun, kein Problem. Sie hatten sich in der privaten Kindertagesstätte und Grundschule, der Montessori EcoSchool, freiwillig gemeldet, um bei der Krötenrettung mitzuhelfen. Sie wollen lurchartige Tiere, die auf der Wanderung zwischen Wald und Laichgewässer unterwegs sind, davor bewahren, auf der Landesstraße 3025 zwischen Schmitten und Niederreifenberg überfahren zu werden.

Pädagogin Sonja Breucker, die die Waldgruppe der Einrichtung betreut, ist Mitglied im Amphibienteam Hochtaunus und hat seit dem 15. März zweimal in der Woche vor Beginn des Unterrichts mit einer wechselnden Gruppe Grundschüler die morgendliche Krötensammelaktion übernommen. „Es wollen mehr Schüler mitmachen als ich brauche“, sagte sie am Bärenfichtenweiher zwischen Reifenberg und Schmitten.

Um 7.30 Uhr sammelte die Gruppe vor dem oberen Krötenzaun erst die Exemplare ein, die auf dem Hinweg zum Ablaichen in den Weiher wollten. Nur vier Tiere waren es, die sie in die mitgebrachten Eimer bugsierten. Weil die aus den für sie ungewohnten Behältern herauskrabbeln wollten, hatten die Helfer es eilig. Breucker achtete aber darauf, dass nicht nur die Kröten, sondern vor allem die Kinder sicher über die vielbefahrene Straße kamen. Erst schauten sie noch an der Röhre vorbei, die unter der Straße durchführt, wo sich vorher eine Kröte der Aktion entzogen hatte, und guckten im wahrsten Sinne des Wortes in die Röhre: Das warzige Tier blieb verschwunden.

Auf der anderen Seite setzten die Retter ihre Schützlinge am Uferrand aus. Dort zögerten die Tiere, bevor sie zu weiteren Artgenossen ins Wasser glitten. „Die müssen sich erst einmal orientieren“, erläuterte Breucker. Viele Krötenweibchen hätten ihre Eier bereits abgelegt, wussten die Kinder, denn im Wasser haben sie schön viele Laichschnüre beobachtet. Dafür nehme die Zahl der Rückwanderer drastisch zu, so Breucker.

Deswegen inspizierten die Sammler genau den unteren Krötenzaun, um Amphibien, die zurück in den Wald wollten, über die Straße zu tragen. Das gleiche Spiel wiederholten sie am Heckenrainweiher vor dem Ortseingang Niederreifenberg. In einer guten Stunde waren sie fertig. Bis Ende April sind im Wechsel immer andere Mädchen und Jungs mit Breucker unterwegs. Je nach Tagestemperatur haben die Montessori-Kinder bisher täglich zwischen drei und knapp 50 Kröten, Frösche und Molche gerettet.

(evk)

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