Gürzenich-Fagottquintett

Fabelhaftes Fagott

Das Konzert des Gürzenich-Fagottquintetts in der Kirche in Merzhausen wird eine einmalige Veranstaltung bleiben. Zumindest für einen der Musiker.

Von Tatjana Seibt

Nur wenige Menschen beherrschen es, das Fagott zu spielen, dessen Klang je nach Wunsch mal weich, mal melancholisch oder auch mal näselnd ertönen kann. Am kommenden Sonntag jedoch kommen anlässlich des Musikfestivals Allegro mit dem Gürzenich-Fagottquintett gleich fünf gesegnete Fagottspieler in die Kirche Merzhausen.

„Den Ort kenne ich nur von der Landkarte“, räumt Rainer Schottstädt, „Spiritus Rector“ und Mitbegründer des Quintetts, ein. Nicht nur für die Besucher, auch für das Ensemble ist der Auftritt in den kirchlichen Gemäuern somit eine Premiere. Und weil Schottstädt kommendes Jahr in seinen Musiker-Ruhestand geht, dürfte das Orchester zumindest in seiner jetzigen Konstellation auch das letzte Mal in der Kirche auftreten.

Schottstädts Rücktritt ist ein großer Verlust für das Quintett. Mit 52 Jahren Fagott-Erfahrung – 40 davon im Orchester – beherrscht er das Instrument bestechend gut. Und dabei hat er zu Beginn seiner Musiker-Laufbahn ganz andere Wege beschritten. Erst hatte er sich an der Blockflöte und dem Klavier versucht. „Später sollte ich Cello lernen“, erklärt der Musiker rückblickend.

Doch sein Musiklehrer hatte andere Pläne: Schottstädt sollte Fagott-Unterricht nehmen. Und mit dem Blechinstrument ist er längst verschmolzen. Auch seine Kollegen sind leidenschaftliche Musiker. Vor rund 30 Jahren gründete sich das Gürzenich-Fagottquintett als Kammermusikvereinigung des Gürzenich-Orchesters. Da die Instrumentalisten aber im eigentlichen Orchester unverzichtbar sind, „spielen wir als Fagottquintett im Urlaub und in der spielfreien Zeit“, erklärt Schottstädt.

Dass das Fagott viel Charme hat, wenngleich es auch weitaus weniger in der Besetzung eines Quintetts bekannt ist als zum Beispiel das Horn, wird das Konzert sicherlich beweisen. „Es gibt viele Klangvariationen, die man erst einmal nicht erwartet.“ Mit einem Kontrafagott werden die Klangfarben erweitert, mit Gesang und Moderation von Heike Wagner sowie Ursula Berg an der Violine kommen neue Facetten ins Spiel. „Es gibt auch Konzerte, da haben wir noch ein Schlagzeug dabei.“

Ähnlich mannigfaltig ist das Repertoire des Quintettes. Zum Konzert in Usingen konzentrieren sich die Musiker allerdings auf Tänze, wie etwa Tango und Märsche. Aber auch Stücke wie Nicolay Rimski-Korsakows „Hummelflug“, Auszüge aus dem Musical „My fair Lady“ und Klassikern der Comedian Harmonists sind eingeplant. Die Abwechslung besteht zudem im Spiel zwischen zwei, drei, vier und allen fünf Fagottisten, was einen besonderen Reiz ausmacht. Neben Schottstädt sind auch Thoms Jedamzik, Klaus Lohrer, Ruth Krabbe und Matthias Schottstädt mit von der Partie.

Zu hören ist das Konzert am Sonntag, 28. Juni, ab 18 Uhr.

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