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Jugendliche kickten mit Fairness und Toleranz um den Sieg beim Straßenfußball-Turnier.

Integration

So war das Fairplay-Fußballturnier in Usingen

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Beim Kampf ums runde Leder sollten Fußballspieler ihre Gegner dennoch fair behandeln. Das steht beim Plädoyer für Toleranz an allererster Stelle und danach sind auch die Regeln beim Straßenfußballturnier ausgerichtet. In Usingen klappte es schon einmal hervorragend.

Sport verbindet. Fußball besonders. Auch wenn der Sieg das Ziel ist, so kann er dennoch nicht errungen werden, wenn nicht das ganze Team am selben Strang zieht. Und auch nicht, wenn es Mannschaften gegenüber ihren Gegnern an Fairness mangeln lassen.

Damit junge Menschen möglichst früh lernen, sich gegenseitig zu respektieren und einen fairen Umgang miteinander zu pflegen, gibt es in Hessen den „Straßenfußball für Toleranz“. Seit 2014 bietet die Sportjugend Hessen und das Fair Play Forum der Sozialstiftung des Hessischen Fußballs ihr Programm „Integration durch Sport“ an. Dazu zählen auch die einmal im Jahr ausgetragenen Fairplay-Turniere zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen.

Bürgermeister Steffen Wernard (CDU) begrüßt solche Veranstaltungen und nahm sich daher auch am Dienstag die Zeit für einen Besuch auf dem Sportplatz an der Christian-Wirth-Schule, wo Sportcoach Alf Hohenberg seinen Schützlingen zur Seite stand. Hohenberg, der schon seit längerer Zeit erfolgreich Kontakte zwischen Flüchtlingen und Sportvereinen knüpft, gilt in Sachen Integration als versierter Partner der Stadt. Manfred Sielemann, ebenfalls seit langem in der Flüchtlingshilfe engagiert, übernahm auch diesmal wieder die Moderation des Turniernachmittags. Die Organisation „Starthilfe“ kümmerte sich darum, die beteiligten Sportler mit ausreichend Wasser und Bananen zu versorgen.

Hauptakteure des Tages aber waren die rund 25 Jugendlichen, die in insgesamt fünf Mannschaften gegeneinander antraten. Nun unterliegt Straßenfußball völlig anderen Regeln als die verwandte Sportart auf dem Rasenplatz. Allein die Mannschaften sind auf lediglich vier aktive Spieler reduziert – Reserve nicht mit eingeschlossen. Torwarte und Schiedsrichter gibt es keine. „Wir bauen darauf, dass ihr bei eventuellen Fehlern von selbst entsprechend reagiert“, erläuterte Sielemann den Spielern die Details der Regeln. Innerhalb der Spielzeit eines Matches von gerademal zehn Minuten sollte dies wohl leicht gelingen.

Drei Punkte gab’s für den Sieg einer Mannschaft, zugleich einen für die Gegner. Ein unentschiedenes Spiel endete somit mit zwei zu zwei Punkten. Das wichtigste aber: „Ihr könnt ganze fünf Fairnesspunkte erzielen“, hieß es. Etwa, wenn das Team gänzlich ohne Foul spielte, wenn niemand pöbelte oder meckerte. Als unfair galt übrigens auch, wenn sich jemand zu lange vors eigene Tor stellte. Das Flüchtlingsteam „Eschbach United“ ging am Ende als Sieger hervor.

Eine Mannschaft der Helmut-Schmidt-Schule (GHS) belegte den zweiten, „FC Freedom“ den dritten Platz vor dem „Integrations-Team A“ der Saalburgschule und den jüngsten Teilnehmern der GHS. „Das sind Schüler der siebenten Klasse“, sagte Alf Hohenberg im Gespräch mit der Taunus Zeitung. Dabei handele es sich um eine Kooperation der Schule mit der Usinger Turn- und Sportgemeinde (UTSG), die er vor einiger Zeit angestoßen habe. Es gibt sie erst seit Beginn dieses Schuljahres.

Jeden Montagnachmittag strömen rund 20 Jugendliche von der Schule hinüber zur Sporthalle, wo sie von Hohenberg, einem GHS-Lehrer sowie einem Trainer und der Jugendwartin der UTSG erwartet werden. Anderthalb Stunden lang werde trainiert – und zwar eben nicht nur einfach Fußballspielen. „Es ist ganz wichtig, dass die Kinder früh lernen, fair miteinander umzugehen“, sagte der Sportcoach. Genau darum gehe es bei dem auf drei Jahre angelegte Programm. Und darum ging es zudem beim „Straßenfußballturnier für Toleranz“ auf dem Schlossgartencampus. Erfolgreich am Ende, die Veranstalter waren zufrieden. Und den Siegern winkten Fußbälle und Trikots.

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