Die Landwirte müssen nun auf den Feldern Gas geben und Termine einhalten - und bitten die Bürger, die Zugänge zu den Feldern nicht zuzuparken und ihre Hunde an der Leine zu führen.
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Die Landwirte müssen nun auf den Feldern Gas geben und Termine einhalten - und bitten die Bürger, die Zugänge zu den Feldern nicht zuzuparken und ihre Hunde an der Leine zu führen.

Eschbacher Ortslandwirt ermahnt die Taunus-Besucher

Falschparker und Behinderungen: Landwirtschaft hat Vorrang

  • vonAndreas Burger
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Bauern hoffen auf Einsicht der Besucher und ermahnen auch Hundebesitzer

Auch im zweiten Corona-Jahr 2021 erwacht die Natur früh und die Landwirte sind, aufgrund der meist unbeständigen Witterungslage derzeit auf den Wirtschaftswegen unterwegs, ihre Felder für Aussaat der Sommergetreide vorzubereiten.

Hansjörg Scheidler wohnt in Grävenwiesbach, ist aber auch der Eschbacher Ortslandwirt und macht sich in dieser Funktion Gedanken über das leichtfertige Handeln so mancher Mitbürger.

"Da den Landwirten meist nur kurze Bearbeitungszeiträume zur Verfügung stehen, müssen sie sich beeilen, damit ihre Saat rechtzeitig unter die Erde kommt", berichtet er. Doch den Landwirten würden leider immer mehr Hindernisse von den Erholungssuchenden in den Weg gelegt und gestellt. Denn parkende Autos auf den Feldwegen seien keine Seltenheit. Auch für Erholungssuchende, die dem Landwirt den Weg versperrten, haben sie keinerlei Verständnis.

"Sie behindern ihn nämlich an der Ausführung seiner zeitkritischen Arbeit", erklärt Hansjörg Scheidler die prekäre Lage. Um deutlich zu machen, um was es den Landwirten geht, betont Scheidler, wie wichtig es sei, gerade in diesen veränderten klimatischen Bedingungen den Boden während der einzelnen Bearbeitungsschritte nicht austrocknen zu lassen. Doch die Landwirte fänden immer mehr und vor allen Dingen immer öfter Hinterlassenschaften der Erholungsuchenden, coronageplagten Bevölkerung auf ihren Äckern. Und das bedeute für den Landwirt, die Bearbeitung einzustellen und diese Dinge wie Getränkeblechdosen, Flaschen, Verpackungen von Fast-Food-Restaurants und vieles andere mehr mühsam von ihren Feldern zu sammeln.

"Dazu zählt leider auch die weit verbreitete Unsitte, die Hunde-Hinterlassenschaften in Feld und Flur nicht einzutüten und in den reichlich vorhandenen Abfallbehältern zu entsorgen", berichtet Scheidler. Noch schlimmer sei es, gefüllte Hundekotbeutel in die Felder zu werfen.

Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse auf den Wiesen und Feldern bildeten schließlich die Vorratskammer der Bevölkerung. Es komme ja auch kein Mensch auf die Idee, seine Vorratskammer auf der Toilette anzulegen, sagte der Ortslandwirt. Da im März die Brut- und Setzzeit beginnt, sollten Hundebesitzer in dieser Zeit bis September ihre Tiere nicht frei laufenlassen. Auch wenn sie nicht jagen, denn sie könnten auch Bodenbrüter wie Rebhühner, Lerchen oder Kiebitze aufstöbern und aus ihren Nestern vertreiben, deren Eier oder Jungen dann wiederum leichte Opfer für andere Tiere würden, erklärt Scheidler.

Hundehalter würden diesen Vorgang meist gar nicht wahrnehmen, wenn sich das Geschehen in dichtem Gras oder im Unterholz abspiele. Er appelliert daher an das Verantwortungsbewusstsein aller Hundehalter, Rücksicht auf Jungwild und Jungvögel zu nehmen und Hunde angeleint zu lassen. "Der Tierschutz gilt nicht nur für Hunde, sondern für alle Tiere", mahnt er an. MONIKA SCHWARZ-CROMM

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