Christoph und Birgit Gasch sorgen weiterhin für die Aktion Weihnachts-Wunderpäckchen; in ihrer neuen Heimat Haiger, aber auch immer noch im Taunus.
+
Christoph und Birgit Gasch sorgen weiterhin für die Aktion Weihnachts-Wunderpäckchen; in ihrer neuen Heimat Haiger, aber auch immer noch im Taunus.

Hilfsaktion im Usinger Land für Geschwister-Kinder

Familie Gasch stellt die "vergessenen" Kinder in den Mittelpunkt

  • vonMonika Schwarz-Cromm
    schließen

Ehepaar bleibt trotz des Umzugs auch im Taunus aktiv - 512 Weihnachtswunder-Päckchen in 2020 verkauft

Mau ist es geworden um die Spendenaktion mit den Weihnachtswunder-Päckchen, die in jedem Jahr in der Vorweihnachtszeit dafür sorgte, dass Geschwister von lebensbedrohlich erkrankten Kindern wieder eine unbeschwerte Zeit erleben dürfen.

Birgit und Christoph Gasch waren im Usinger Land die Gesichter dieser großen Hilfsaktion. Mit Herzblut setzten sie sich dafür ein, sammelten kleine Dinge des täglichen Lebens, verpackten sie liebevoll, gingen von Tür zu Tür, um Spenden zusammenzubekommen. Sie gründeten die Gruppe Sterntaler, deren Mitglieder sie bei alledem unterstützten. Zu den Gönnern zählt auch die Leberecht-Stiftung dieser Zeitung.

Sieben Jahre lang steigerten Birgit und Christoph Gasch von Jahr zu Jahr das Endergebnis. Waren es im ersten Jahr 1600 Euro gewesen, übergaben sie im Anfang des vergangenen Jahres bereits 12 000 Euro an die Geschwisterhilfe Rhein-Main. Freizeiten konnten davon für die Geschwisterkinder mit finanziert werden.

In diesem Jahr kamen 5000 Euro zusammen. Denn das Ehepaar hatte seinen Wohnsitz von Brombach in den Haiger Ortsteil Steinbach verlegt. Dort versuchen sie nun diese Aktion erneut mit Leben zu füllen. Und halten selbstverständlich auch nach wie vor den Kontakt in die alte Heimat. "Wir haben viele Anrufe aus dem Usinger Land und dem Umkreis erhalten", berichtete Brigit Gasch. Das Ehepaar war auch in den Taunus gefahren, um Päckchen samt Inhalt abzuholen und in Haiger zu verkaufen. "Wir sind vollbepackt nach Steinbach zurückgekehrt."

"Die Menschen stehen immer noch dahinter", freuen sich die beiden über immerhin 512 verkaufte Weihnachtswunder-Päckchen. Corona hätte ihnen auch einen Strich durch die Rechnung gemacht, wenn sie noch in Brombach in ihrer Privatwohnung fleißig Päckchen für Päckchen verpackt und verkauft hätten. Denn die Weihnachtsmärkte durften ja nicht stattfinden. Selbst das Sammeln der Präsente sei mit Maske nicht einfach. "Wenn man überzeugen will, muss man ins Gesicht schauen können", hat Birgit Gasch erfahren. Sonst komme es nicht richtig rüber. Die Maske erschwere den Kontakt, sagte sie.

In Haiger wandten sich die Gaschs an die Organisatoren von "Weihnachten im Schuhkarton" und tauschten Erfahrungen aus. Denn von Weihnachtswunder-Päckchen hatte dort ja noch niemand gehört. Also stellten sie sich mit einem Infostand im November auf den Wochenmarkt in Haiger. "Leider fiel das dann auch aus, da es zum sanften Lock-down kam", berichtete Christoph Gasch.

Taunus bleibt wichtiges Standbein

Sie fangen also wieder ganz von vorne an und wissen, wie viel Arbeit vor ihnen liegt, bis sie den Spenden-Stand des vergangenen Jahres erreicht haben. Dafür brauchen sie natürlich immer noch die Hilfe aus dem Usinger Land. Sie wünschen sich, dass die Hilfsaktion im Taunus nach wie vor bestehen bleibt und danken allen, die an der Aktion teilgenommen haben, egal in welcher Form. Den Geschwisterkindern weiterhin Auszeiten zu ermöglichen, liegt Birgit und Christoph Gasch sehr am Herzen.

"Es sind einfach immer wieder sehr schwierige Situationen für diese Kinder, wenn der Bruder oder die Schwester schwer erkranken. Viel zu viel Leid müssen diese Geschwisterkinder miterleben und selbst auf so vieles verzichten", gibt Birgit Gasch zu bedenken. Sie sind in Kontakt mit den Betroffenen und haben im Laufe der Jahre schon viele schwere Familienschicksale kennengelernt.

Schwere Schicksale

Die Idee der Weihnachtswunder-Päckchen, die für drei Euro pro Stück zu erwerben sind und bei denen niemand weiß, was in ihnen steckt, ist zu einem Selbstläufer geworden.

Doch nur solange sich das Ehepaar so sehr dafür einsetzte. Denn jede gute Idee ist nur so gut wie der Ideengeber selbst. Ohne die Gaschs läuft es eben im Taunus nicht rund. Doch sie stecken den Kopf nicht in den Sand, sondern laufen wieder auf Hochform auf. "Wir arbeiten daran, rennen hier in Haiger Türen ein und versuchen ein ähnliches Netzwerk aufzubauen", berichtete Birgit Gasch.

Unter der Telefonnummer (0 27 73) 91 92 20 0 ist das Ehepaar Gasch für alle Interessenten und Unterstützer weiterhin zu erreichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare