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Volle Wiese! Gut dass die Veranstalter genug Tische und Bänke aufgestellt hatten. In der ersten Reihe musste man stehen.

Fest im Schlossgarten

Familienfest von Taunus Zeitung und Stadt: Schöne Stunden im Schlossgarten

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Das Familienfest im Schlossgarten verzeichnete einen Besucherrekord. Stimmung, Ausgelassenheit und Sommerlaune passten sich dem Thermometerstand der letzten Tage an, auch wenn der Himmel zeitweise ein graues Sonnensegel aufgespannt hatte.

Als würden Schleusentore geöffnet, strömten erst die Sonntagsmorgensfrühaufsteher in den Schlossgarten, aber in kürzester Zeit füllten sich die beiden Terrassen mit Publikum und das entsprach ganz der Zielgruppe der Veranstalter.

Familien vor allem sind es, welche die Stadt Usingen und die Taunus Zeitung als Familienfest-Ausrichter stets auf dem Kieker haben und bei jeder Gelegenheit umwerben. Aber wer einmal da war, der kommt, so lange das Alter passt, wieder und sagt weiter, dass sich das lohnt. Die „Familie“, das ist heute ein weiter Begriff, Eltern mit einem und mehr Kindern, an der Hand, auf dem Arm oder im Wagen, Singleeltern oder Großeltern mit Enkel, alle Kombinationen waren, man brauchte sich nur umzuschauen, im Schlossgarten anzutreffen. Aber auch Bürger außerhalb der engeren Zielgruppe scheuten sich nicht, den Tag umgeben von Kindertrubel zu genießen und fühlen sich, wenn man so will zugehörig zur „Bürgerfamilie“ oder Großfamilie der TZ-Leser.

Stadt und TZ sind zwar die Drahtzieher, aber ohne die vielen Vereine, Unternehmen und Privatpersonen, würde die historische „Lustgarten-Terrasse“ sowie das modernisierte Multifunktionsfeld auf der Terrasse zu den Füßen der großen Mauer weitgehend leer bleiben. Aber wenn die Organisatoren zum Wohl der Familien blasen, treffen sie auf offene Ohren und so kam auch in diesem Jahr ein riesiges Angebot an Attraktionen zusammen, das dem Vergleich mit einem Freizeitpark standhält und für alle Altersgruppen vom Kleinkind bis zum Jugendaltern etwas bereithielt.

Ohne Action lockt man heutzutage keine Maus hinter dem Ofen hervor, und Action, die nicht nur die Fingerkuppen beansprucht, sondern Beine und Arme wie beim Bungee-Jumping beispielsweise oder Klettern, sorgt gleichermaßen für angespannte wie strahlende Gesichter. Und ein Pony-Rücken scheint auch auf die Smartphone gefährdete Generation immer noch eine magische Anziehungskraft auszuüben. Zu den Stoßzeiten hieß es beim Ponyreiten Schlangestehen und an anderen „Play-Stations“ war es nicht viel besser. So waren die Bälle, in denen die Kindern ohne festen Boden unter den Füßen meist auf allen Vieren über das Wasser kullern konnten, eine Herausforderung, die ultimativen Spaß versprach.

Einfach draufsetzen und fliegen, Karussells erfüllten diese Wünsche, Geschicklichkeit war an anderen Stationen gefragt und das blieb nicht auf die Jüngsten beschränkt, denn Segway fahren zum Beispiel, war eher ein Angebot für die Älteren, von denen viele den Bogen schnell heraus hatten oder nach ersten Runden mit zittrigen Knien sich mit zunehmend entspannten Gesichtern in die Kurven legten.

Apropos Bogen, die Bogenschützen des Usinger Schützenvereins hatten ihre Sportgeräte mitgebracht, ließen die Pfeile fliegen, führten, wer es wollte, in die Geheimnisse des Sportes, der wie kaum ein anderer gleichermaßen Entspannung wie Anspannung vereinigt und die Konzentration fördert, ein. Schach tut dies ebenso, auf seine Weise, aber auch der Schachklub hatte an seinem Stand reichlich Kundschaft und einige Fans des weiß-schwarzen Brettes blieben für längere Partien versunken an den Spieltischen sitzen.

Action für Muckis und Köpfchen waren im Angebot, aber die kreative Ader wurde keineswegs vernachlässigt, so waren Bastel- und Maltische zur Genüge vorhanden. Die Bemalung machte auch vor Kindergesichtern keinen Halt und so bekamen die Kinder eine gewisse Ähnlichkeit, beispielsweise mit Clownine Fridoline, die mit Schabernack im Schlossgarten unterwegs war, oder dem Luftballons aufblasenden Clown, der die luftgefüllten Gummiwürste zu den verrücktesten Figuren zusammen knotete. Einfach herumlaufen und schauen ging beim Familienfest aber auch, viele Stände richteten sich mit Informationen an Eltern, viele richteten sich gezielt an den Nasch-Magen oder den Durst der Kinder. Ein Forum für alle Generationen war die von Buden gesäumte Wiese unter dem Ehrenmal, wo sich die Biergartentische um die Mittagszeit füllten und die Band „Iss was?“ aus Wiesbaden mit ihren poppigen Klängen für gute Stimmung sorge.

Ganz fantastisch kam die erstmals organisierte Modenschau an: Besucher-Mädchen schlüpften in alte Kostüme und die Rollen von europäischen Hoheiten und Filmstars, wie Audrey Hepburn liefen darin durch Publikum spazieren.

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