Schmittener Schwimmbad

Fast alle finden den Schwimmbadweg gut

  • schließen

Viel Diskussion um nichts gab es im Schmittener Parlament. Beinahe wäre aus dem privat initiierten Ausbau des Weges zwischen Arnoldshain und dem Schmittener Schwimmbad nichts geworden. Dabei fanden eigentlich alle Fraktionen das Projekt gut. Wäre da nicht die Sache mit der Finanzierung . . .

Bei 19 Enthaltungen schafften es Grüne, FDP und SPD mit nur sechs Stimmen, den FDP-Antrag, einen Weg zwischen Arnoldshain und Schmitten auszubauen, erneut in den Haupt- und Finanzausschuss zu verweisen. Nur Dr. Werner Templin (CDU) blieb bei seinem Nein. Dr. Uwe Ewerdwalbesloh hatte noch einmal dafür geworben, 42 000 Euro aus Restmitteln des Gemeindehaushaltes für die Kernstücke der barrierefreien Wegeverbindung bereitzustellen.

Aus der Straßen- und Gebäudeunterhaltung bleibe immer etwas übrig, vielleicht auch von den Mitteln des Kommunalinvestitionsprogrammes (KIPG), meinte die FDP. Die Eigenleistung ist laut Ewerdwalbesloh so gut wie sicher, „weil sich genug Freiwillige gemeldet haben“. Für den Brückenbau lägen die Sachkosten daher nur noch bei 24 000 Euro, für den Ausbau des derzeit zu steilen Wegeteils kurz vor dem Schwimmbad bei 18 000 Euro. Wichtig ist der FDP auch, dass der Gemeindevorstand für das Projekt Fördermittel über das Leader-Programm beantragt. Die dafür angeführten Kriterien bedeuten in der Summe für Schmittener, Arnoldshainer und Besucher mehr Lebensqualität.

Unterstützung bekam die FDP von Grünen-Chefin Ilona Fritsch-Strauß. „Der Weg erhöht auch die Attraktivität des Seniorenzentrums“, sagte sie. Die Senioren dort wünschten sich diesen Weg, weil sie im Moment nur in Richtung DGH spazieren oder im Rollstuhl gefahren werden könnten. „Wir hätten alle was davon, an diesem schönen Bach entlangzugehen“, meinte sie. Auch Flüchtlinge sowie Kinder und Jugendliche hielten sich dort gerne auf, was das Miteinander der Generationen fördere.

Auf die bekannt angespannte Haushaltslage wies Professor Dr. Michael Dusemond (b-now) hin, der die privaten Initiatoren des Projektes ausdrücklich lobte. An deren Spitze steht Dr. Thomas Lattke, weshalb manche auch in Kurzform inzwischen vom „Lattke-Weg“ sprechen. Dusemond befürchtete aber bei den Kosten den berühmten Domino-Effekt. „Nachher landen wir in der Gesamtsumme doch bei den im HFA genannten 248 000 Euro.“ Und er machte sich Gedanken über die Haftung. Wenn die Brücke in Eigenregie gebaut werde, müsste die Verwaltung die Bauleitung übernehmen.

CDU-Fraktionsvorsitzender Karl-Heinz Bös war erstaunt, dass das Thema überhaupt auf der Tagesordnung stand. Sei doch bereits in der vorangegangenen Parlamentssitzung beschlossen worden abzuwarten, bis klar ist, ob KIP-Fördermittel übrig bleiben. An den Bedingungen und Gegebenheiten habe sich seitdem nichts geändert. Das Konzept liege vor, die Idee sei gut, das Engagement unumstritten, aber es fehle das Konzept für die Finanzierung. „Es muss klar sein, dass die freiwilligen Leistungen im Haushalt spärlich ausfallen.“ Ohne realistisches Finanzierungskonzept könne die FWG-CDU Koalition dem FDP-Antrag nicht zustimmen. „Wenn das steht, kann’s losgehen“, stellte er in Aussicht.

„Erst wenn die Realitäten bekannt sind, können wir konkret werden“, meinte Ewerdwalbesloh, der erneut eine Willenserklärung für die unbedingt notwendigen Kernstücke forderte. Der Abgang zum Schwimmbad und die Brücke seien nicht unüberwindbar, der Rest beschreibe einen Luxusaspekt und sei über externe Mittel zu generieren. „Alles außer den beiden Kernprojekten ist über Spenden möglich“, ist er sicher und hofft, dass sich auch der Betreiber des Seniorenzentrums beteiligt.

„Wenn der Antrag abgelehnt wird, ist er weg“, machte Bös deutlich. Um das zu verhindern, wurde er, bis neue Zahlen vorliegen, in den HFA überwiesen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare