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Feier von und mit den Flüchtlingen

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Von: Dorit Lohrmann

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Die Naturtalente Selhom (4), Joel (1) und Balsema (6) trommelten den Rhythmus zum Fest.
Die Naturtalente Selhom (4), Joel (1) und Balsema (6) trommelten den Rhythmus zum Fest. © Dorit Lohrmann

Gibt es das – ein Fest der Superlative, geschaffen mit einfachsten Mitteln? Beim Sommerfest in der Flüchtlingsunterkunft erlebten Bewohner und ihre Gäste genau dies.

„Ich bin Kashifa Rehman und ich komme aus Pakistan. Im Namen der Flüchtlinge möchte ich sie alle willkommen heißen“, sagte die Achtzehnjährige, die zum Auftakt ans Mikrofon getreten war.

Es war für viele ein rührender Augenblick, die Dankbarkeit jener Menschen zu verspüren, die aus Pakistan oder Somalia, aus Eritrea oder Serbien geflohen und vorläufig in Usingen untergekommen waren. Catharina von Poll begrüßte im Namen der Caritas, die als offizielle Einrichtung die Flüchtlingsbetreuung übernommen hat. Von Poll übersetzte ihre Rede zudem ins Englische und versuchte sich sogar am Arabischen, woraufhin ihr aus der Menge mit einem „Salam Aleikum“ geantwortet wurde.

Die Flüchtlinge in der Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Krankenhaus und ihre Betreuer hatten für Samstag ein Sommerfest angekündigt. Eingeladen waren alle Verantwortlichen und Unterstützer der Ehrenamtsprojekte im Rathaus und den Kirchen, die Nachbarschaft und natürlich Usingens Bürgermeister Steffen Wernard (CDU).

„Mich freut’s, dass so viele gekommen sind“, sagte Wernard – und kaum die Hälfte davon waren die gastgebenden Flüchtlinge. Neben dem Dank an alle, die beim Organisieren und Ausrichten dieses Festes beteiligt waren, verkündete der Bürgermeister zudem, dass ein Spender aus Usingen, der anonym bleiben wollte, drei Schafe gestiftet habe. Der türkische Kulturverein, der selbst auch noch eines beisteuerte, half bei der Verarbeitung und brachte das portionierte Fleisch in die Unterkunft, wo angehende Grillmeister sogleich etwas davon zum Verzehr zubereiteten.

Für die Gemüsegerichte und Backwaren hatten hauptsächlich die Flüchtlinge gesorgt, ergänzt mit mitgebrachten Gaben einiger Helfer. Die vielen Leckereien, an denen sich die Gäste bedienen konnten, ließen kaum Wünsche offen.

Vor dem Zelt, das die Freiwillige Feuerwehr für die Feier aufgebaut hatte, fingen bald einige in festlich bunte Kleider gehüllte Frauen zu tanzen an.

Für den Höhepunkt des Festes hatten die Caritas-Mitarbeiterinnen Maren Ampt und Verena Kreuser Ballons verteilt. Sie wurden mit Wünschen versehen und danach in einer gemeinsamen Aktion in die Lüfte entlassen. Sie tragen nun die Hoffnung auf eine neue Zukunft für die Flüchtlinge übers Land.

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