Freundeskreis Asyl

Feiern mit Flüchtlingen: 100 Gäste beim Winterfest

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Soziale Kontakte sind für Flüchtlinge, die Zuflucht auf Zeit gefunden haben, besonders wichtig. Der „Freundeskreis Asyl Schmitten“ war überwältigt, wie viele Bürger zusammen mit den Asylbewerbern beim Winterfest feierten.

Für die Asylbewerber in der Gemeinde Schmitten ist es wie ein Geschenk, dass sie Terror und Verfolgung in ihren Heimatländern entfliehen konnten. Aber eines von vielen Problemen, die sie hier haben, ist die Isolation, weil sie in verschiedenen Ortschaften untergebracht sind. Ziel des „Freundeskreises Asyl Schmitten“ war es deshalb, dass sich beim Winterfest im Bürgerhaus in Brombach Schmittener Bürger und Flüchtlinge aus zehn Nationen kennenlernen.

Parlamentschef Volker Lehwalder nahm in Vertretung von Bürgermeister Marcus Kinkel (beide FWG) den Dank dafür entgegen, dass das Bürgerhaus kostenlos zur Verfügung gestellt worden war. Das platzte am Samstag beinahe aus allen Nähten, denn mit über 100 Besuchern hatten die Organisatoren nicht gerechnet. Aber die Flüchtlinge packten mit an und stellten Tische und Stühle enger zusammen.

„Ich bin überglücklich, dass so viele Menschen gekommen sind“, sagte die Initiatorin des vor einem Jahr gegründeten Freundeskreises, Ilona Fritsch-Strauß, die exemplarisch vom Schicksal einiger Asylbewerber berichtete. Die ersten Flüchtlingen, zu denen Fritsch-Strauß im Oktober 2013 Kontakt aufgenommen hatte, waren Bassam und Nisan aus dem Nordirak gewesen. Der Freundeskreis verhinderte, dass das Ehepaar im März 2014 abgeschoben wurde. Seit der vergangenen Woche sind die beiden offiziell als Flüchtlinge anerkannt, haben einen blauen Passersatz, eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre und eine Arbeitserlaubnis.

Die hat auch Faruk aus Pakistan, der fließend Englisch spricht und eine Ausbildung sowie Erfahrung im Bereich Finanzmanagement hat. Birgit Rubin hilft ihm beim Bewerben. Die Seelenbergerin war im November zum Freundeskreis gestoßen und hatte fürs Winterfest die Tombola organisiert, die für die Asylanten wie eine nachträgliche Bescherung war. Vier junge Asylanten, Samir, Burec, Tunchy und Batuhan, hatten geholfen, die Sachspenden liebevoll zu verpacken. Leckeres Essen gab es genug, nämlich nach der Kaffeetafel ein Büfett, wofür die Flüchtlinge auch Gerichte aus ihren Ländern zubereitet hatten. Während die Kinder bastelten und spielten, erklang kurdische und syrische Musik, und die Erwachsenen übten sich im Kreistanz.

Wer sich beim Freundeskreis engagieren will, kann sich bei Ilona Fritsch-Strauß melden per Mail unter yusupash@t-online.de oder unter (01 79) 6 96 65 85. Spenden werden vor allem für Deutschkurse bei der VHS und für Rechtsbeistände benötigt und über die Bürgerstiftung Schmitten abgewickelt.

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