Gasthaus Post.

Feiner Hinterwitz vom Mundart-Duo

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Hessische Lieder und Sprüche und Hessische Küche waren ganz nach dem Geschmack der Besucher im Gasthaus Post. „Do hot de Handkees geschmeckt un’ sich aach guud aageheert.“

„Wer de Handkees mit de’ Gabbel isst, der kann net aus Hesse sei“, heißt es im Handkäs’-Gedicht aus dem „Offebacher Wörter- und Sprüchebuch“. „Awwer aach, wemmer in Kärnten gebor’n is’ kammer Hessisch lerne’“ verriet beim Gebabbel mit der TZ Helmut Ebner vom preisgekrönten Kronberger Burgtrio, das schon mehrere Preise bei Mundartwettbewerben abgeräumt hat.

Die Barden waren auf Einladung des Kulturvereins Schmitten am Freitagabend auf Nachbarschaftsbesuch im Gasthaus Post in Niederreifenberg.

Gerhard Heere, Geschäftsführer des Kulturvereins Schmitten, hat einen guten Draht zum Trio, denn Ebner und Urhesse Karl Herrmann singen mit ihm zusammen im gemischten Chor in Schneidhain. Agnes Gottschalk, die die beiden am Keyboard begleitete und alle Lieder selbst gesetzt hat, ist die Dirigentin des Chores. In Niederreifenberg traten Ebner und Herrmann als Duo auf.

Der dritte Mann, Kronbergs Bürgermeister Klaus Temmen, hatte an diesem Abend dienstliche Verpflichtungen. „Aber auch wenn die zu zweit singe und schwätze, wie ihne’ de’ Schawwel gewachse’ is, wer’n se’ irh’n Spass hawwe“, versprach Heere. Er sollte Recht behalten.

„Dieser Kees’ iss e Gedicht“, heißt es in den oben genannten hessischen Kultzeilen. Es war ein Gedicht, wie das mit dem Saalburgpreis für Geschichts- und Heimatpflege des Hochtaunuskreises ausgezeichnete Ensemble das Ganze als Lied zelebrierte und zu einer Art Hessenhymne kultivierte. Die Besucher des Mundartabends mussten dafür aber bis zum Schluss warten. Das fiel aber nicht schwer.

Denn was das Duo bis dahin aus der hessischen Mundart-Schatzkiste auspackte, war allemal hörenswert.

„Wischtisch is’, dass die Leut’ uns versteh’n“, meinte Ebner. Er riet Neubürgern aus anderen Regionen der Republik angesichts von Doppelbegriffen und manchmal derben hessischen Spezialausdrücken beim Tischnachbarn oder in der Pause bei den Akteuren mal nachzufragen. Denn nur wer den feinsinnigen Hinterwitz der Geschichten und Gedichte mitkriegte, hatte erst richtig seinen Spaß.

Der schöne Taunus und seine Bevölkerung aber auch die Städter aus Frankfurt wurden „uff hessich“ beschrieben und besungen. Wer es vorher nicht wusste, erfuhr, „warum die Hesse so viel und so gern’ Kadoffel esse“.

Eines wurde klar: „Ohne des Schweineflaasch schmecke die aach nur halb so gut.“ Natürlich stand in der Gaststätte auf der Speisekarte an diesem Abend hessische Hausmannskost, und zu der gehörte „en guude Schoppe“.

Heimatgefühl pur kam auf, als die Sänger „Dehaam is dehaam“ anstimmten. „Für die Zugabe hammer uns des Sachsehäuserlied vom griene Baam uffgehoowe“, kündigte Ebner an. In dem „Lumbe-Liedche“, das viele als „Es steht ein Wirtshaus an der Lahn“ kannten, offenbarte sich dann die hessische Gemütlichkeit. Mit der kann es nach genügend „Äbbel- un Broanndewoi“ schnell zu Ende sein und dann „schnoarkse“ (schnarchen) alle nur noch um die Wette.

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