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Nach Kiosk-Aus

Feldberghof-Wirt Stürtz im Shitstorm

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Peter Stürtz, der Pächter des Feldberghofs, ist über Nacht zum Buhmann auf der höchsten Erhebung im Taunus geworden. In den sozialen Netzwerken und im persönlichen Umfeld laufen die Menschen gegen ihn Sturm.

Das Zähneknirschen von Peter Stürtz ist sogar durch das Telefon zu hören. Der Pächter des Feldberghofs hat dazu auch allen Grund. Denn was derzeit über den Wirt hereinbricht, ist ein richtiger Shitstorm. Nicht nur in den sozialen Netzwerken, sondern auch im persönlichen Umfeld. Anlass dafür ist die Schließung des kleinen Kiosk der Familie Lichtnecker. Deren Pachtvertrag wird vom Zweckverband Hochtaunus, der übrigens auch der Vermieter von Peter Stürtz ist, nach 68 Jahren nicht mehr verlängert. Zum Ende des Jahres ist Schluss, und der Kiosk muss im neuen Jahr abgerissen werden.

Die Kündigung gab’s schon drei Jahre vorher. Verlängert wurde nicht mehr, weil es seit der Errichtung des Feldberghofs 1996 zwischen der Binding-Brauerei und dem Zweckverband einen Vertrag gibt, der den Kiosk schlichtweg nicht mehr vorsieht. „Das war lange vor meiner Zeit“, betont der Wirt. Er hat die Gaststätte erst 2002 vom Zweckverband gepachtet und muss ganzjährig öffnen. „Wir stellen dort nämlich auch die öffentlichen Toiletten.“ Dass er persönlich mit der Familie Lichtnecker gar kein Problem und er keinen Einfluss auf die Entscheidung seines Vermieters genommen hat, ist ihm wichtig zu betonen. Das sei eine Sache zwischen dem Zweckverband und Lichtneckers. Um den Kiosk habe er sich gar nicht weiter gekümmert, erklärt er.

Trotzdem gilt Stürtz nun als der Buhmann auf dem Feldberg. Negative Bewertungen in den sozialen Netzwerken und auf der eigenen Internetseite sowie der Aufruf, den Feldberghof zu boykottieren, treffen ihn hart. Hinzu kommen die Anfragen der Medien.

Was ihn ebenfalls sichtlich erschüttert, ist das undifferenzierte Herangehen einiger Boykott-Aufrufer an das Thema. Da werde gegen den Wirt gewettert und geschimpft. Auf der Seite „Ich bin stolz, ein Hesse zu sein“ kündigen Nutzer den Kampf für den Erhalt des Kiosk an, haben aber den falschen Kiosk in ihrem Foto abgebildet.

In den sozialen Netzwerken hagelt es schlechte Bewertungen und Entrüstung, die Menschen sind offensichtlich erschüttert und haben den Buhmann dafür gefunden: Peter Stürtz. Dabei hat der Wirt des Feldberghofs erst durch die Taunus Zeitung von der Schließung erfahren. Er habe da weder interveniert noch etwas vorangetrieben, betont er. Wie unter Nachbarn, die sich gut verstehen, habe er auch seinen Hausmeister schon einmal am Kiosk Schnee schieben lassen, was wiederum allen Besuchern zugute kam.

Dass der Vertrag nicht verlängert wird, sei für die Kioskbesitzer keine Überraschung gewesen, gibt er zu bedenken. Einmischen will er sich in die Diskussion aber nicht. Zu sehr droht der Wirt zwischen die Fronten der Kioskbesitzer und dem Zweckverband zu geraten. Dabei will er doch nur eines: den Besuchern auf dem Feldberg einen schönen Aufenthalt bereiten.

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