Ein Fest für die Windräder

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Die Windräder drehen sich seit einem guten halben Jahr. Abo Wind ist mit dem Ertrag zufrieden und möchte das mit den Weilrodern bei einem „Windpark-Fest“ feiern, voraussichtlich am 3. Oktober. Dann soll auch der „Energie-Erlebnispfad“ fertig sein.

Der Wiesbadener Projektentwickler Abo Wind plant gemeinsam mit der Gemeinde Weilrod ein „Windpark-Fest“. „Die Anlagen laufen gut, die Anfangsprobleme sind überwunden, jetzt können wir den Windpark vorführen“, sagt Alexander Koffka, Mitglied der Geschäftsleitung bei Abo Wind. Gedacht ist an ein informatives, aber auch unterhaltsames Fest, bei dem Interessierte auch Tuchfühlung mit den Riesen aufnehmen und quasi das Parterre besichtigen können. „Mit dem Aufzug zum Maschinenhaus hinauffahren geht aus Sicherheitsgründen nicht“, sagt Koffka, der diesbezüglich bereits viele Anfragen gehabt habe, die er aber alle ablehnen müsse. Dennoch gebe es auch so jede Menge interessanter Informationen, wirbt er.

Das Windparkfest soll nach derzeitiger Planung am Sonntag, 3. Oktober, steigen. „Wir hoffen, dass bis dahin alles klappt, vielleicht müssen wir es noch einmal verschieben“, sagt Koffka. Zum Fest fertig sein soll ein „Energie-Erlebnispfad“. Auf vorhandenen Wegen im Windpark soll es Info-Stationen über die Energieerzeugung früherer Jahrhunderte geben, etwa einen Kohlenmeiler, wie er zur Herstellung von Holzkohle verwendet wurde. An einem Bach können Kinder spielerisch die Wasserkraft erleben.

Im November ging das erste Windrad „ans Netz“. Nach und nach wurden die übrigen sechs Anlagen angeschaltet. Seitdem laufen sie weithin sichtbar, mal schneller, mal langsamer, mal gar nicht – ganz nach Windaufkommen.

Bei Abo Wind ist man mit den Erträgen zufrieden. Alexander Koffka spricht dennoch von diversen Anlaufproblemen, die in den ersten Monaten zu erheblichen Ertragseinbußen geführt hätten. Er beziffert diese mit rund „vier Millionen Kilowattstunden“ (kwh), beziehungsweise rund 360 000 Euro. Das sei zwar viel Geld, bei einem 36-Millionen-Euro-Projekt aber auch nicht ungewöhnlich. Leider seien beim Windpark Weilrod vier Probleme gleichzeitig aufgetreten. Drei seien jedoch gelöst, mit dem vierten, der Abschaltung bei Eiswurfgefahr, müsse man, wie in jedem Windpark, leben. 2,1 Millionen kwh seien durch die Abschaltung verloren gegangen. Das zur Behebung der Pannen im Winter an allen sieben Anlagen installierte Automatikprogramm sei jedoch „zu sensibel“ und gegen ein anderes, das alle realistischen und regionalen Sicherheitsparameter zuverlässig erfülle, ausgetauscht worden: „Im nächsten Winter wird es keine Problemen mehr geben“, sagte Koffka.

Verluste von 220 000 kwh habe es durch Fledermäuse gegeben, die es gar nicht gab:

Die eingebauten Detektoren hätten bereits bei Temperaturen abgeschaltet, bei denen keine Fledermaus unterwegs sei, sagte Koffka. Auch dieser Fehler im System sei behoben. Etwa 1 Million kwh habe die Nachtabschaltung von drei Anlagen während des Rechtsstreits um das Daubhaus gekostet. Auch das habe sich erledigt. Schließlich habe es anfangs noch Probleme mit den Getrieben gegeben, die die Rotoren jeweils optimal im Wind positionieren, „erledigt, die 800 000 kwh Verlust wird es künftig nicht mehr geben“, zeigte Koffka sich zuversichtlich, dass die Abo Invest AG, die den Windpark seit Februar betreibt, ihren Investoren und Aktionären kommendes Jahr bessere Zahlen vorlegen kann.

Im Februar und März waren die Erträge noch weit hinter den prognostizierten Werten zurückgeblieben. Vier Millionen kwh waren auf Grundlage eines 20-jährigen Mittel-wertes im Februar und März erwartet worden, 2,6 bzw. 2,8 Millionen waren es jedoch nur. Im April lagen erwartete und reale Werte schon näher beieinander, im Mai mit 2,5 Millionen kwh bereits gleichauf. Im Juni lagen die Anlagen mit 2,5 Millionen gegenüber den erwarteten 2 Millionen kwh deutlich im Plus. Und auch der windarme Juli lag mit 1,2 Millionen kwh um 200 000 über dem Soll.

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