Fetziger Rock in der Kirche

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Katholiken, Protestanten oder Methodisten – in Schmitten sind die christlichen Konfessionen füreinander offen. Dies zeigte das ökumenische Oktoberfest.

Der ökumenische Arbeitskreis Schmitten will die verschiedenen Kirchengemeinden und die Menschen zusammenbringen. Unter dem Motto „Füreinander offen“ fand in der katholischen Kirche St. Johannes der Täufer in Niederreifenberg das zweite ökumenische Oktoberfest statt. „Im Grunde glauben wir doch alle an den einen Gott“, meinte der neue Vorsitzende des Arbeitskreises Erich Müller.

Beim Mittagessen mit Weißwurst, Bier und selbst gemachten Salaten liefen erste Gespräche. Schon weil bis auf die Rod am Berger alle der gleichen Zivilkommune angehören, gab es reichlich Berührungspunkte. In Workshops vertieften die Besucher die Begegnungen miteinander sowie Erfahrungen mit dem Christsein auf verschiedenen Ebenen. Silvia Salewski gab einen Einblick in das tibetanische Heil-Yoga, das sie in Arnoldshain regelmäßig anbietet.

Beim Basteln mit Naturmaterialien, das Betreuerinnen der evangelischen Kirchengemeinde Rod am Berg/Dorfweil organisiert hatten, wurde deutlich: Den Kindern ist es egal, ob jemand evangelisch oder katholisch ist. Die gleiche Offenheit zeigten die Erwachsenen, die, angeregt von Mitgliedern aus den katholischen Kirchorten und der evangelisch-methodistischen Kirchengemeinde Brombach, gemeinsam bastelten. Von der Oberreifenbergerin Petra Händler lernten sie, wie in der philippinischen Partnergemeinde in Bani aus Müll Geldbörsen oder kleine Täschchen herstellt werden.

Auf Bibelgespräche wurde in diesem Jahr ganz verzichtet. Reichlich Gesprächsstoff gab es beim Kaffeetrinken nach dem Kirchenkabarett mit Fabian Vogt, der Gitarre spielenden und singenden Hälfte des „Duo Camillo“. Der ehemalige Oberstedtener Pfarrer und kreative Kopf für die Vorbereitungen zum Reformationsjubiläum nahm mit bissigem Wortwitz sich selbst, Kirche, Glaube und das Leben aufs Korn.

Mit der fetzigen Rock’n‘-Roll- Nummer „Wer hat den Herrn gesehen“ brachte er die ganze „Affenbande“ zwar nicht zum Brüllen, aber zum Mitsingen. Ob das hilft, die Kirche interessanter zu machen? Denn die Kirche habe ein Problem mit dem Islam: „Alles is’ lahm, der Gottesdienst is’ lahm, der Pfarrer is’ lahm.“ Um der Jugend das Christentum näherzubringen, empfahl er angepasste Sprache und entsprechende Bilder. „Gott als großer Systemadministrator und Jesus als seine externe Festplatte.“

Die Kollekte des ökumenischen Abschlussgottesdienstes, den die katholische Gemeindereferentin Sabine Noppeney, die evangelisch-methodistische Pastorin Cornelia Trick, Rod am Bergs Pfarrvikar Paul Schiebe und Arnoldshains Pfarrer Christoph Wildfang gemeinsam hielten, kam dem Freundeskreis Asyl Schmitten zugute.

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