Wenn nichts mehr geht . . .

Feuerwehren wollen für einen längeren Stromausfall besser gerüstet sein

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Was passiert, wenn in der Feldberggemeinde länger der Strom ausfällt? Darauf sind die Brandbekämpfer in der Kommune grundsätzlich vorbereitet. Doch nicht alle Feuerwehrgerätehäuser sind, was die Stromversorgung angeht, autark. Hier soll noch nachgearbeitet werden.

Ende Januar fiel im Ortsteil Schmitten sieben Stunden der Strom aus. Zwar musste die Firma Karl Schmidt ihren Betrieb stilllegen, letztlich aber hatten die Bürger Glück im Unglück, denn es hätte noch viel mehr passieren können. Ohne Strom funktionieren weder Internet noch Telefon. „Und wenn Digitalfunk und Notruf betroffen sind, kann es im Ernstfall richtig gefährlich werden“, stellt Gemeindebrandinspektor Christoph Brendel fest und zeigt der TZ im Gerätehaus in Arnoldshain die autarke Stromversorgung eines Gerätehauses, wie sie auch bereits in Ober- und Niederreifenberg sowie in Seelenberg umgesetzt ist.

In diesem Jahr sollen noch mindestens drei weitere Gerätehäuser aufgerüstet werden, denn Situationen wie in Schmitten können jederzeit auftreten und dann vielleicht nicht so glimpflich ablaufen. „Vom Land Hessen gibt es einen Mustereinsatzplan Stromausfall für Feuerwehren bei flächendeckendem, lang andauerndem Stromausfall“, teilt Brendel mit. Darin sei festgelegt, was die Wehren in einem solchen Fall zu tun haben und wann sie es tun müssen. Nach einem Totalausfall von Telefon und Internet gebe es für den Mobilfunkmasten einen Puffer über Akkus von etwa vier Stunden. „Wenn der Verteiler aber ohne Strom ist, hilft uns das auch nichts. Das heißt, wir müssen möglichst schnell die Notstromversorgung herstellen.“ Digitalfunk sei ohne Strom nur noch zeitlich begrenzt möglich.

Die Annahme von Notrufen sowie die Kommunikation der Einsatz- und Rettungskräfte ist eine wesentliche Funktion, die sichergestellt werden muss. Deshalb soll jedes Gerätehaus autark sein. Noch steht nicht in jedem Ortsteil bei der Wehr ein Generator vor der Tür. Bis 2018 will Brendel überall je nach Größe des Gerätehauses ein 5000 bis 12 000 Watt starkes Gerät stationieren. Wie lange die laufen, ist abhängig von der zur Verfügung stehenden Kraftstoffmenge. Das gilt auch für die bereits jetzt schon auf allen Feuerwehrfahrzeugen mitgeführten Generatoren. „Die Feuerwehrgerätehäuser und die Wehren sollen nämlich auch Anlaufpunkt für die Bevölkerung in Gefahren- und Krisensituationen sein.“

Für jedes Gerätehaus und jede Wehr gibt es eine „To do Liste“. Überall müssen die Feuerwehrleute alarmiert werden, solange es noch möglich ist. In Arnoldshain müsste zum Beispiel bei Stromausfall der Durchlauferhitzer als größter Stromfresser sofort abgeschaltet werden. Vorgesehen sind überall Kontrollfahrten durch den betroffenen Ortsteil und bei Bedarf Durchsagen, um die Bevölkerung umgehend zu informieren. „Die Einsatzbereitschaft und Präsenz der Feuerwehr gibt nicht nur Sicherheit, so kriegen wir auch am schnellsten heraus, wo gezielter Einsatzbedarf ist“, meint Brendel.

Möglicherweise müssten andere Rettungskräfte unterstützt werden. Bei langanhaltendem Stromausfall im Winter könnten Häuser auskühlen. „Wo ältere und kranke Bürger untergebracht sind, kann es dann leicht zu kritischen Situationen kommen.“ Der Versuch, über Holzfeuerung oder gasbetriebene Geräte behelfsmäßig zu heizen, könne zu zusätzlichen Brandgefahren führen. Während Krankenhäuser bis zu 96 Stunden eine autonome Stromversorgung haben müssten, gelte es schnell zu handeln, wenn medizinische Geräte im Rahmen der häuslichen Pflege plötzlich ausfallen. Gesetzliche Vorschriften in Sachen Notstromversorgung gibt es laut Brendel nicht für Seniorenheime. Zum Problem könnten grundsätzlich auch steckengebliebene Fahrstühle und fest stehende Garagen-Rolltore sein, wenn Personen über längere Zeit eingeschlossen sind.

„Wir bleiben in Schmitten dran und werden entsprechenden Szenarien auch ohne Vorankündigung üben“, kündigt der Gemeindebrandinspektor an. Zusätzlich seien kreisweite Großübungen angesetzt.

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