Die Fledermaus dreht ihre Runden

Das in diesem Jahr gegründete Musiktheater Taunus hat ein ambitioniertes Projekt in Angriff genommen: Die Fledermaus von Strauß. In zwei Wochen wird sie aufgeführt. Unsere Mitarbeiterin Corina Appel besuchte eine Probe.

Langsam geht es in den Endspurt. Nach einer ganzen Reihe von Proben in Oberursel trifft sich das Ensemble des Musiktheater Taunus an diesem Abend das erste Mal im Kulturforum Hasselbach. Alle sind da – Prinz Orlofsky (Isabell Schäfer-Fricke), Rosalinde (Claudia Appiani), Adele (Lucy Snyder) und die Chorsänger. Nur Dr. Falke (Jan Schümmer) fehlt noch. „Er kommt aus Frankfurt und steht noch im Stau“, lautet die Ansage.

Dann eben erst einmal ohne Dr. Falke. „Die Fledermaus“ wird geprobt, auf dem Programm steht zunächst der zweite Akt und hier das Schluss-Lied „Brüderlein und Schwesterlein“.

Der Vorhang schließt sich. Alle Sänger kommen auf die Bühne und los geht’s mit „Ein Souper heut’ uns winkt“. Lucy Snyder beobachtet genau und gibt Tipps. Denn nicht nur gesanglich, sondern auch von der Darstellung her soll die Operette ein Knüller werden. Noch einmal. „Schon besser“, freut sich die Regisseurin. Jetzt triff auch Dr. Falke ein und übernimmt seine Rolle.

Orlofsky singt, „Ich lade gern mir Gäste ein“ und sorgt dafür, dass Gabriel von Eisenstein sich betrinkt. Die Hauptfigur in dieser Verwechslungskomödie singt und spielt Michael Anner aus der Schweiz. Er kommt erst in der letzten Probewoche zum Ensemble dazu. Kein Problem, er ist Profi, wie die meisten Sänger hier.

Es muss also improvisiert werden. Und so übernimmt Claudia Appiani kurzzeitig seinen Part. Die Opernsängerin und Gesangslehrerin ist in den Aufführungen als Frau von Eisenstein zu sehen und hören.

Alle sind auf der Bühne, nur der Advokat Dr. Blind (Klaus Hoffmann) sitzt im Zuschauerraum. Er tritt erst später in Erscheinung und liest zwischendurch die Passagen des Eisenstein. Beispielsweise, als Appiani ihren Dialog mit Schümmer probt.

Das Licht wird eingestellt. Es ist zu grell. Nach einem Zeichen an den Beleuchter wird es verändert, bis es passt. Der Dialog beginnt. Snyder stoppt. „Warum seid ihr alle hinter dem Vorhang?“, fragt sie die Chorsänger. Der Beleuchter dreht das Licht auf. „Da hilft auch mehr Licht nichts,“ meint die Regisseurin trocken und verteilt die Sänger auf der Bühne. Immerhin wird hier ein Fest gefeiert.

Ganz leise im Hintergrund hört man die Unterhaltungen und das Gläser klingen. So ist’s gut.

Rosalinde von Eisenstein singt ihre „Klänge der Heimat“, das erste Finale des zweiten Aktes. Das Klatschen und Jubeln der „Fest-Gäste“ kommt zu spät. Appiani gibt Anweisung. „Mehr Aktion bitte. Es darf nicht aussehen wie eine Trauerfeier.“

Zwei Stunden dauern die gemeinsamen Proben und das ein- bis zwei Mal pro Woche. Ab dem 6. November bis zu den Aufführungen im Kulturforum am 14. (19 Uhr) und 15. November (18 Uhr) trifft sich das Ensemble täglich. Für die Kulissen werden noch vier kräftige Kulissenschieber benötigt, sagt Diana Schöneich, die Vorsitzende des Musiktheater Taunus. Wer mithelfen will kann sich melden unter Diana.Schoeneich@musiktheater-taunus.de. Weitere Informationen und die Karten (22 Euro) gibt es unter www. musiktheater-taunus.de.

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