Besuch

IHK Frankfurt auf Unternehmensbesuch im Usinger Land

  • schließen

Ohne nötige Infrastruktur kommen keine Fachkräfte, lautete der Tenor des Besuchs der Industrie- und Handelskammer im Usinger Land. Daher setzt sich die IHK Frankfurt auch für die Verlängerung der S-Bahnlinie 5 bis Usingen ein.

Das Präsidium der Industrie- und Handelskammer Frankfurt (IHK Frankfurt) nutzte einen Besuch im Usinger Land, um erneut für drei Herzens-Projekte zu werben: die Regionaltangente West (RTW), die Verlängerung der S 5 nach Usingen und die U 2-Verlängerung von Gonzenheim bis zum Bad Homburger Bahnhof; wobei über letzteres Projekt die Bürger bereits entschieden haben.

2022 soll die S 5 von Frankfurt über Bad Homburg und Friedrichsdorf bis nach Usingen verlängert werden. „Die Elektrifizierung der S 5 nach Usingen ist meiner Meinung nach schneller umzusetzen im Vergleich zur RTW“, sagte Matthias Gräßle, Hauptgeschäftsführer IHK Frankfurt beim Pressegespräch im Landgasthof Ziegelhütte.

Landrat Ulrich Krebs (CDU) sagte, dass beide Projekt parallel umgesetzt werden können. „Ich bin guten Mutes, dass das mit der S-Bahn nach Usingen gelingt“, so Krebs, der auch stellvertretender RMV-Aufsichtsratsvorsitzender ist. Bis zum Start der Elektrifizierung werde auch das zweite Gleisbett in Wehrheim gebaut worden sein.

Der Landrat nutzte die Gelegenheit, um vor den Mitgliedern von Präsidium und Geschäftsführung der IHK, Mitarbeitern in Führungspositionen von Adam Hall und Canton Elektroniks und den Bürgermeistern von Neu-Anspach und Weilrod, noch ein viertes Projekt vorzustellen: Eine Seilbahn von Schmitten über den Feldberg bis zur Hohemark in Oberursel. Eine Gondel zum Feldberg sei kein Spaß, betonte Krebs, sondern eine Chance fürs mittlere Weiltal. Und die Idee sei „pendlertauglich“, der Nahverkehr würde dadurch entlastet: Mit der Seilbahn fahre man bis Hohemark und die U 3 nehme einen auf, erläuterte der Landrat. Die von Berufspendlern viel genutzte Straße L 3004 über den Sandplacken würde dadurch entlastet.

Noch wisse er nicht, ob sich dieses Seilbahn-Projekt rechne. Auf die RMV-Agenda komme das Thema erst im kommenden Sommer, wenn der neue Fahrplan aufgestellt werde, so Krebs.

Weil zur IHK Frankfurt neben der Stadt Frankfurt auch der Hochtaunus- und der Main-Taunus-Kreis gehören, wird jährlich eine Sitzung der Vollversammlung der IHK in einem der Landkreise anberaumt.

Das IHK-Präsidium besuchte am Mittwoch seine Mitgliedsunternehmen Adam Hall GmbH in Westerfeld (200 Mitarbeiter in Neu-Anspach) und Canton Elektronik GmbH in Niederlauken (65 Mitarbeiter in Weilrod). „Beide Unternehmen sind leuchtende Beispiele dafür, dass unsere Region wirtschaftlich brummt! Doch auch aus einer wirtschaftlich guten Lage entwickeln sich Nöte, die gelöst werden müssen, wenn das Wachstum weitergehen soll“, sagte IHK-Vizepräsident Dietmar Vogelsang.

Beide Unternehmen arbeiten in der Musik- und Veranstaltungstechnik-Branche, allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Adam Hall bietet Lösungen für die gesamte Eventtechnik-Industrie an, dazu zählt auch der Bereich Lichtdesign. Canton Elektroniks Kerngeschäft hingegen sind – kurz gefasst – hochwertige Lautsprecher, die Zielgruppe Privathaushalte.

Ein Thema, das beim IHK-Besuch auch angesprochen wurde, war der Fachkräftemangel. Viele Unternehmen bilden den Nachwuchs selbst aus, aber das reiche noch nicht, sagte Vogelsang. Man müsse mehr Menschen für die duale Berufsausbildung begeistern können, so der IHK-Vizepräsident. Die Verlängerung der U 2 sei ein wichtiger Schritt auf diesem Weg. Denn Fachkräfte müsse man auch zu ihrem Arbeitsplatz befördern können.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare