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Dieter Schröder (rechts) hatte viele Pokale zu überreichen, die gingen aber ausnahmslos an Frauen, bis auf den Glückspokal, der ging an ein Männerteam. Foto: Saltenberger

Schützenvereins Freischütz

Die Frauen sind die besten

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20 Vereinsteams legten beim Vereinsschießen des Schützenvereins Freischütz am Wochenende um Pokale an. Wobei die Damen in allen Belangen, sogar in den Herrenmannschaften, dominierten.

Bei den Freischützen kommt es auf das Geschlecht nicht an, da kann auch eine Frau den Pokal für den besten männlichen Schützen bekommen.

Die Geschlechtsumwandlung vollzieht sich so: Es dürfen inzwischen auch gemischte Mannschaften um die Vereinstrophäen schießen beziehungsweise in den Herrenmannschaften dürfen auch Frauen mitschießen. Und wenn dann der/die beste Schütze/in eine Frau ist, dann bekommt sie den Pokal für den besten männlichen Schützen. So einfach ist das.

Das Kunststück brachte Nicole Höhle fertig, und sie nahm den Männerpokal mit nach Hause. Sie schoss in der Mannschaft des Taunusklubs, und die holte auch den von Stadtverordnetenvorsteher Holger Bellino (CDU) gestifteten Herren-Wanderpokal in der weiblich dominierten Besetzung Nicole Höhle, Andrea Höhle und dem echten Mann Volker Kröner.

Herren der Schöpfung sind in den Damenmannschaften allerdings nicht zu finden. Aber sie spielen bei der Vergabe der Spitzenpositionen ohnehin keine Rolle. Denn die besten Einzelschützen waren auch Schützinnen. Die Frauen schießen nicht nur gut, sie sind auch noch sehr sozial und solidarisch, denn Herrenbeste Nicole Höhle schoss ebenso wie die Damenbeste Melissa Rosenkranz 140 Ringe. Und bei den Jugendlichen ist die Beste auch eine Jugendliche: Sie heißt Aline Mohr und schoss ebenfalls exakt 140 Ringe.

Melissa Rosenkranz gehört zum Team der Chorvereinigung Anspach, und an ihrer Seite schossen Silke Geßner sowie Doris Störkel. Die drei Damen stellten zusammen natürlich auch das beste Damenteam und sicherten sich den von Bürgermeister Klaus Hoffmann (CDU) gestifteten Pokal.

Bei den Jugendlichen gingen neben Alina Mohr noch Nadine Schütz und Tamara Geßner an den Start und holten sich den von Christel Schmück gestifteten Jugendpokal.

Die zweiten und dritten Plätze verteilen sich wie folgt: Bei den „Herren“ errangen die Freiwillige Feuerwehr Hausen-Arnsbach 1 mit zwei Männern und einer Schützin den zweiten Platz und die Herren des Reitvereins mit zwei Schützinnen und einem Mann den dritten Platz. Bei den Damen waren die SGA-Handballerinnen nach den Turnerfrauen Rod am Berg erfolgreich, und bei den Jugendlichen folgten auf die Usa-Kehlchen der Reit- und Fahrverein sowie die Feuerwehr Hausen-Arnsbach 1.

Rote Laternen wurden auch verteilt, und über die freuten sich die Gelegenheitsschützen fast so wie über das glänzende Metall. Das taten bei den Damen der Vereinsring, bei den Jugendlichen die Feuerwehr Hausen-Arnsbach und bei den Herren die FDP. Beim Zielen waren die Männer zwar nicht spitze, aber dafür hatten sie Glück, denn der vom Vereinsring gestiftete Glückspokal, für den auf verdeckte Scheiben geschossen wird, ging an die rein männlich besetzte Herrenmannschaft der Feuerwehr Hausen-Arnsbach 3.

Bleibt noch eine Besonderheit nachzutragen: Bei den Jugendlichen lieferten sich die Usa-Kehlchen und die Reiterinnen, beides reine Frauenteams, ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide hatten zunächst 365 Ringe, so dass nachträglich eine Zehntelauswertung vorgenommen werden musste, bei der die Sängerinnen die Reiterinnen mit drei Ringen aus dem Sattel hoben. Der Vorsitzende der Freischützen ist ein Mann, heißt Dieter Schröder und der nahm die Siegerinnen-Ehrungen vor.

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