Kommunalwahl

Freien Wähler wollen raus aus Opposition

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Alleine regieren wäre schön für die Freien Wähler. Doch sie sind realistisch und wollen nach der Kommunalwahl einen starken Partner suchen.

Locker war das Neujahrstreffen der Freien Wähler in Schmitten, doch ein paar mehr Besucher hätten sie sich im Wahljahr schon gewünscht. Letztlich waren im Haus Wilina in Dorfweil die Männer der ersten Stunde und die Kandidaten für die Kommunalwahl überwiegend unter sich.

Hatten die führenden Köpfe in der Mitgliederversammlung noch in alle Richtungen ausgeteilt, wollte es sich Fraktionschef Thomas Willroth wohl jetzt mit niemandem verscherzen. „Wir wollen einen fairen Wahlkampf, um schauen zu können: Mit wem können wir zusammenarbeiten“, sagte er.

Zur neuen Bürgerliste meinte Willroth, man müsse jeden Gegner ernstnehmen. Der FWG könne niemand nachsagen, sie sei nicht kommunikativ und transparent. Personell sei die hochmotivierte FWG-Truppe gut für die Wahl aufgestellt. „Wir haben einen guten Mix und das Know-how um wichtige Positionen in der Gemeindevertretung und im Gemeindevorstand zu besetzen. Und wir haben ein Programm mit Themen, die der Gemeinde gut tun.“

Willroth skizzierte das Wahlprogramm, das unter nachzulesen ist. Solide Gemeindefinanzen und ein ausgeglichener Haushalt bleiben Priorität. Investitionen in die örtliche Infrastruktur dürften ebenso wenig vernachlässigt werden wie ein neues Kita-Konzept mit bedarfsgerechten Öffnungszeiten. Für ein Volksbegehren zur Abschaffung der Kitagebühren brauche die FWG landesweit 87 000 Unterschriften, dabei wollten die Schmittener helfen. Aus Sicht der FWG dürfen Feuerwehren und Vereine unter der Haushaltssanierung nicht leiden. Die Tätigkeit der Jugendpflege und die Jugendeinrichtungen sollen im Gemeindegebiet etabliert bleiben.

Die FWG lehnt das eine verbliebene Windrad auf dem Pferdskopf ab, setzt auf konsequente Maßnahmen, aber nicht auf ein generelles Fahrverbot gegen Motorradlärm. Und sie setzt sich für ein bedarfsgerechtes öffentliches Verkehrsnetz ein. Die Freien Wähler sind ferner gegen die Ausweisung neuer Baugebiete. Tourismus müsse Rücksicht auf Natur, Wildtiere und die hier lebenden Menschen nehmen. Zur Steigerung der Attraktivität für das „emissionsfreie“ Gewerbe fordern sie den zügigen Ausbau des schnellen Internets. Die Interkommunale Zusammenarbeit soll vorangetrieben werden.

„Der FWG liegen menschenwürdige Unterkünfte für Asylsuchende und eine erfolgreiche Integrationsarbeit in unserer Gemeinde sehr am Herzen“, so Willroth weiter. Gemeinde und private Initiativen leisteten bereits Außerordentliches. Zum aktuellen Angriff auf die neue Flüchtlingsunterkunft nahm FWG-Spitzenkandidat Parlamentschef Volker Lehwalder Stellung. „Der ,kleine Vorfall‘ sollte nicht heruntergespielt werden. Er zeigt, dass es Leute gibt, die Willkommenskultur anders bewerten.“ Der Bund müsse die Flüchtlingszahlen verringern.

Damit finanzielle Probleme – von den Kosten für die U3-Betreuung bis hin zur Kläranlage – nicht nur nach unten durchgereicht werden, stellten sich mehr Schmittener Kandidaten als bisher für den Kreistag zur Wahl. Zur Einstimmung auf den 6. März sagte Lehwalder: „Entscheidend für den Ausgang der Wahl wird sein, wie wir als Multiplikatoren auftreten und auf die Leute zugehen.“

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