Politischer Aschermittwoch

Friedensangebot angenommen

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Die Bürgermeisterwahl ist vorbei, die großen Themen sind ausdiskutiert, und die Kommunalwahl ist noch nicht im Fokus. Vom politischen Aschermittwoch war beim familiären Heringsessen der Schmittener CDU wenig zu spüren.

Vor seinem Parforceritt durch die Themen der Schmittener Gemeindevertretung spannte CDU-Fraktionschef Karsten Ratzke den Bogen vom salzigen Matjeshering über den sauren Bismarckhering zum „Eisernen Kanzler“. Weil an Aschermittwoch Spitzzüngelei dazugehört, sprach Ratzke vor 17 Besuchern im Dorfgemeinschaftshaus in Hunoldstal vom Bürgermeister als „Eisernen Kinkel“, der nach seiner Wiederwahl auf 18 Amtsjahre zugehe: „Man könnte die Gemeinde prägen, wenn man’s denn tun würde.“

Ratzke kritisierte Marcus Kinkels (FWG) Amtsführung ziemlich gemäßigt. Erst die von allen Fraktionen gewünschte Prüfung des von Hessenforst durchgeführten Wertgutachtens zum Waldtausch habe Mehreinnahmen von 100 000 Euro gebracht. Ohne kritisches Hinterfragen würde es auf dem Treisberg zwei Richtfunkanbieter geben, und die Gemeinde wäre um 7000 Euro ärmer. „Es ist nicht alles schlecht, aber wenn man nicht aufpasst, laufen einige Dinge schlecht“, meinte er und hob hervor, wie wichtig die Kontrolltätigkeit der CDU-Opposition in der Gemeindevertretung sei. Diese Kontrollen müssten konstruktiv und freundschaftlich sein, auch in Zukunft. Daher gelte es für die Kommunalwahl 2016, eine gute Liste mit Kandidaten aus allen Ortsteilen und ein gutes Programm aufzustellen.

Der Fraktionschef hielt an der Politik der Christdemokraten zur Windkraft auf dem Pferdskopf fest: „Verträge müssen gehalten werden.“ Er persönlich glaube aber nicht eine Minute daran, dass das Windrad gebaut werde. Transparenz sicherzustellen, sei ein gemeinsames Ziel mit der Bürgerinitiative, meinte er in Richtung von BIP-Sprecher Helmut Rottenbacher, der unter den Gästen war. Die von ABO-Wind unterbreitete Vertragsänderung bezeichnete Ratzke als Muster ohne Wert. „Wenn der Wind wirklich so stark weht, kriegen wir das Geld sowieso.“ Die CDU wolle goldene Brücken bauen für eine Auflösung oder Anpassung des Vertrages, so der Fraktionschef. Er rät abzuwarten, gesprächsbereit zu sein und an einem Strang zu ziehen.

„Wir haben erreicht, dass nur ein Windrad gebaut werden soll und wurden bei der Bürgermeisterwahl abgestraft, weil wir immer konsequent waren“, stellte Hartmut Müller vom Gemeindevorstand fest. Mit Blick auf die Kommunalwahl stellte er sich hinter Ratzke. Er verurteilte, dass dieser permanent Spitzen aus den Reihen der FWG ausgesetzt sei und sagte: „Es gibt keinen Grund, Karsten abzuwählen.“

Wie Ratzke im anschließenden Gespräch mit der TZ mitteilte, sei er nicht nachtragend und wolle Kinkels Friedensangebot annehmen. „Ich freue mich, dass der Bürgermeister angekündigt hast, dass er seine Spielchen lassen will.“ Er selbst habe Kinkel seit einem Jahr vor der Bürgermeisterwahl keinen Anlass mehr gegeben und nichts Provozierendes gesagt. Jetzt, wo Kinkel wiedergewählt sei, müsse man zusammenarbeiten. Ob für ihn nach der Kommunalwahl eine Zusammenarbeit mit der FWG denkbar sei, ließ Ratzke offen: „Auf jeden Fall muss die FWG überlegen, wie sie aus ihrer Isolation herauskommt.“

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