200-Jahr-Feier zur Kerb

Friedrichsthal „en miniature“

In Friedrichsthal gehen auch schon die Jugendlichen unter die Häuslebauer. Und bis zur 200-Jahr-Feier zur Kerb wollen sie 30 neue Häuser gebaut haben. Zumindest ist das ihr Plan.

Von Tatjana Seibt

„Das Haus des Wehrführers ist fertig“, meldet Marvin Raduschewski (15) zufrieden. Bernd König, Wehrführer und Vereinsvorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr, hätte das sicherlich gefreut, wäre er am Dienstagabend dabei gewesen. Gemeinsam mit Jonathan Bamberger (16) und Tobias Kranz (13) ging Marvin unter die Häuslebauer.

Wie bitte, mag sich da so mancher nun spontan fragen. Jugendliche, die Häuser bauen? In der Tat. Allerdings deutlich kleiner und filigraner als die Häuser, die in dem kleinsten Wehrheimer Ortsteil stehen. „An dem Modell hat schon mein Vater Wilfried gebaut“, erläutert Carina Jannusch, Jugendfeuerwehrwartin aus Friedrichsthal. Das ist über 20 Jahre her, und seit dieser Zeit hat sich in Friedrichsthal einiges getan. Ganze Straßenzüge und Baugebiete sind dazu gekommen. „Im Zuge der 200-Jahr-Feier wollten wir den Plan aktualisieren“, erzählt Jonathan.

Im Maßstab 1:500 hat Wilfried Jannusch Friedrichsthal im Kleinformat angelegt, kleine Leuchten installiert, die die Hydranten im Ort markieren und viele Holzhäuser gebaut, die zumindest in der Form den jeweiligen Häusern in Friedrichsthal entsprechen. „Aber auch da hat sich einiges geändert“, weiß Carina Jannusch, die in der Übungsstunde der Jugendwehr Hilfe von ihrem Mann Daniel Cimander, dem stellvertretenden Wehrführer, hat. Swimming Pools sind dazu gekommen, Garagen, Carports, Wintergärten, die die Optik der Häuser deutlich verändert haben. Aber auch Straßen wie zum Beispiel „Am Feldrain“, die im Friedrichsthaler Dialekt immer noch der Pechberg (nach der Gemarkung) genannt wird. Ebenso die Häuser in der „Anna-Gass’“, der Verlängerung der Taunusstraße. „Wahrscheinlich wohnten da so viele Frauen, die Anna hießen“, vermutet Carina Jannusch.

„Den Plan zu ergänzen, war unsere Idee“, sagt Tobias. Dazu hat Carina Jannusch Modell-Leisten besorgt, aus denen die Jugendlichen nun die kleinen Häuser in der Original-Form sägen sollten. Hilfe gibt’s von Daniel Cimander, auch was das Ausmessen und Hochrechnen angeht. „Die Höhe der Häuser haben wir allerdings nicht berücksichtigt“, erklärt Carina Jannusch. Dadurch haben die Objekte alle mehr oder weniger die gleiche Höhe.

Luftbilder von Google-Earth helfen bei Formen und Maßen ebenfalls. „Das macht Spaß“, sind sich die drei Jugendlichen einig. In dieser Übungsstunde sind sie ausnahmsweise einmal unter sich. An allen anderen Tagen haben sie Unterstützung von Nils Herbach, Niklas Raduschewski und Marie-Louise Ziemens.

„Weil ich derzeit so viele Jugendliche in unterschiedlichen Altersstufen habe, musste ich die Gruppe teilen“, erläutert Jannusch. Adrien Meurer, Simon Waliczek, Leon Heller, Janik Herbach, Leon Raduschewski, Jonas Hild und Lena Ziemens gehören zu der zweiten, jüngeren Gruppe und sind zwischen 10 und 13 Jahren alt. Zwar dürfen auch sie mit Werkzeug arbeiten, kümmern sich aber mit Vorliebe um frische Farbe und die neuen Straßen auf dem Plan. Bis zur offiziellen 200-Jahr-Feier sollen die fehlenden 30 Häuser ergänzt und angebracht sein. Ob sie das schaffen? „Ich bin mir ganz sicher“, ist Carina Jannusch zuversichtlich.

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