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Der Naturpark Taunus hat eine Woche lang ein neues Loipenspur-Gerät getestet ? mit Erfolg. Gestern setzte Naturpark-Mitarbeiter Frank Stockmann erstmals das neu gekaufte Modell auf der Loipe am Sandplacken ein.

Wintersport in der Feldbergregion

Frisch gespurte Loipen warten auf die Langlauffans

Nach dreieinhalb herrlichen Winterwochen ist für die nächsten 14 Tage auch auf dem Feldberg Tauwetter angesagt. Für den heutigen Samstag prognostiziert der Wetterdienst nochmals sechs Stunden Sonne satt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Allerhöchste Zeit, um nochmals die frisch gespurten Loipen zu testen.

„Grubbern“ sagen die hiesigen Landwirte, wenn sie mit dem Traktor und einem Spezialgerät im Schlepptau den Boden auflockern. So ähnlich wie der „Grubber“ (engl. ’to grub’ = graben) den Boden bearbeitet, lockert auch das neue Loipen-Spurgerät des Naturpark Taunus zuerst einmal die feste Schneeauflage auf. Doch das von Naturpark-Mitarbeiter Frank Stockmann gesteuerte Gerät kann noch mehr: mit schweren Gewichten plättet es zugleich die Schneeauflage. Ein zusätzlich angehängtes Spurgerät zieht umgehend eine Loipenspur in den aufbereiteten Schnee. Wie zwei akkurat nebeneinander liegende Eiskanäle schaut die frisch gezogene die Loipe aus.

Direkt daneben ist noch Platz für ein weiteres Spurgerät, so dass Stockmann auch eine Doppelloipe ziehen könnte. Endlich ist der langgehegte Wunsch der Naturpark-Mitarbeiter in Erfüllung gegangen: Seit Jahren schon war die Anschaffung eines neuen Loipen-Spurgerätes bereits geplant. Der „Ski-Doo“ – ein Motorschlitten zum Loipenspuren – war längst in die Jahre gekommen. Einzig was fehlte, war die nötige Schneeauflage, die dann auch länger als für ein paar Tage zum Langlauf einlud. „Wir hatten in diesem Winter eine relativ lange Schneezeit. Nach dem ersten Schneefall war es lange kalt und trocken, so dass sich der Schnee auch in den letzten drei Wochen halten konnte“, teilt Hermine Link, die stellvertretende Geschäftsführerin des Naturpark Taunus mit. „In diesem Jahr waren unsere fünf Außendienstmitarbeiter unermüdlich im Einsatz. Wir haben insgesamt 31 Kilometer Loipen gespurt und unsere 104 Naturpark-Parkplätze ständig von Schnee geräumt.“

Nachdem das Naturpark-Team mit Landrat Ulrich Krebs (CDU) an der Spitze verschiedene Spurgeräte getestet hatte, ging es zuletzt wegen der perfekten Wintersportbedingungen ganz schnell. Gestern wurde das 15 000 Euro teure Gerät ausgeliefert. „Mit der neuen Loipenfräse setzen wir ein deutliches Zeichen für den Langlaufsport in unserer Region“, sagte Krebs.

Anders als in der Vergangenheit, könne man mit der neuen Loipenfräse auch Spuren ziehen, wenn der Schnee vereist ist. Mit dem bisherigen Gerät war dies nur bei Neuschnee möglich. Praktisch: die Fräse kann eine Langlaufspur und eine Skating-Bahn parallel ziehen. Die Loipen für die Langläufer sind ein Teil des Wintersportangebots, doch ein anderer sind die Lifte, die die Skifahrer und Rodler in Treisberg und in Oberreifenberg auf den Berg transportieren.

Einer der drei Liftbetreiber ist Leonhard Heinz. Für ihn ist es definitiv noch zu früh für eine Bilanz. „Ich erinnere mich noch ganz genau, dass es am 28. März 2008 schneeweiß war im Taunus. Das weiß ich deshalb noch so genau, weil an diesem Tag mein Vater verstorben ist“, sagt Leonhard Heinz, der den Lift am Pechberg in Oberreifenberg mit einzelnen Unterbrechungen seit mittlerweile elf Jahren betreibt. Die Saison könne noch gut zwei Monate andauern. Es habe schon Winter gegeben, da sind Kinder wie verrückt gerodelt, obwohl die Wiese schon grüne Flecken hatte.

Die vergangene Woche sei allerdings enttäuschend gewesen, seine Hoffnung ruht nun auf diesem Wochenende, an dem die Temperaturen weiter klettern. Geöffnet hat der Lift ab 10 Uhr, die Tageskarte (Liftfahren ohne Ende) kostet 10 Euro. „Ein gutes Wochenende reicht, um die laufenden Betriebskosten zu decken, aber Gewinn haben wir dann noch keinen gemacht“, sagt Heinz, der weiterhin einen Kaufinteressenten für den Lift sucht. Für die Reparatur der Stromleitung habe er jüngst 13 000 Euro investiert.

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