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Noch fahren die Züge in den Hasselborner Tunnel, doch schon bald ist damit Schluss.

Hasselborner Tunnel

Frischekur fürs alte Mauerwerk

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Mit dem Gotthard-Basistunnel wurde jüngst ein Jahrhundertbauwerk im europäischen Eisenbahnverkehr eingeweiht. Nicht ganz so bedeutsam, aber dafür schon über 100 Jahre alt ist der Hasselborner Tunnel. Jetzt bekommt er eine dringend nötige Frischzellenkur.

Die Entscheidung, den Hasselborner Tunnel zu sanieren, fiel bereits Ende 2015. Dafür sprachen sich der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), der Hochtaunus- und der Lahn-Dill-Kreis aus. Nun wird der über 100 Jahre alte Tunnel zwischen Grävenwiesbach und Brandoberndorf grundlegend saniert. Start ist zu Beginn der Sommerferien am 16. Juli, die Vollsperrung dauert bis zum Ende der Herbstferien am 30. Oktober. In der Zwischenzeit wird ein Schieneersatzverkehr die Fahrgäste transportieren. Damit die Züge schnell wieder fahren können, wird bei den Bauarbeiten laut Auskunft des Hochtaunuskreises im Mehrschichtbetrieb rund um die Uhr gearbeitet.

Notwendig ist die Sanierung, da an vielen Stellen des Tunnels Wasser eintritt. Hintergrund ist, dass die Wasserversorgung des Weilers Hasselborn oberhalb des Tunnels liegt. Sickerwasser wurde bislang im Tunnel selbst gesichert. Erst nachdem die Gemeinde Waldsolms Geld für die Grabung eines eigenen Brunnens für den Ortsteil bewilligt hatte – die Kosten belaufen sich auf mehrere hunderttausend Euro – erschien die Sanierung sinnvoll. Der 1300 Meter lange Tunnel selbst wurde in den Jahren von 1910 bis 1912 gebaut.

Die Kosten muss der Verkehrsverband Hochtaunus, der Eigentümer der Eisenbahnstrecke im Taunus ist, tragen. „Wir sind bereit uns an den Kosten zu beteiligen“, sagte der stellvertretende RMV Pressesprecher Maximilian Meyer auf Anfrage, ohne aber konkreten Zahlen zu nennen. Bei den Planungen im vergangenen Jahr ging man von Sanierungskosten in Höhe von zehn Millionen Euro aus, die von den beiden Landkreisen und dem RMV gestemmt werden müssen.

Die Entscheidung zur Sanierung, hat gewiss auch mit der geplanten Verlängerung der S-Bahnlinie S5 bis Usingen zu tun – und dem damit verbundenen erhofften weiteren Fahrgastzuwachs auf der Bahnlinie im Taunus.

Auch wenn die versprochene Elektrifizierung bis Grävenwiesbach erst in einem zweiten Schritt „auf die Gleise gesetzt“ werden soll, hat man mit der Elektrifizierung das Signal für die Zukunft der Eisenbahnverbindung zwischen dem Usinger Land und Frankfurt auf Grün gestellt.

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