Friseurmeisterin Yvonne Edlund hat die Maske, die während der Arbeit unerlässlich ist, immer griffbereit.
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Friseurmeisterin Yvonne Edlund hat die Maske, die während der Arbeit unerlässlich ist, immer griffbereit.

Corona

2G-Regel beim Haareschneiden - Friseure mit unterschiedlichen Herangehensweisen

  • VonMonika Schwarz-Cromm
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Im Usinger Land wurden vier Friseure gefragt, was sie von einer 2G-Regel in ihrem Salon halten würden.

Usinger Land - Gerade an den Friseuren ist Corona nicht spurlos vorbeigegangen. Der Lockdown hat ihnen übel mitgespielt, und auch heute noch sind Maske und Hygienevorschriften im Salon unumgänglich. Doch geht das Frisörhandwerk im Usinger Land noch einen Schritt weiter und lässt nur noch geimpfte oder genesene Kunden auf dem Stuhl vor dem Spiegel Platz nehmen?

Chantal Poch betreibt die Friseur-Lounge Fönix in der Usinger Kreuzgasse. "Bei uns gibt es noch kein 2 G im Salon", sagt sie. Es habe aber bereits ein Kunde danach gefragt. 2 G einzuführen, setze bei den Salons voraus, dass auch alle Mitarbeiter geimpft oder genesen seien, gibt die Geschäftsfrau zu bedenken. Sie habe aber von dem Modell gehört, nur an bestimmten Tagen in der Woche generell für geimpfte oder genesene Kunden zu öffnen. "Mal sehen, wie es weitergeht", meint sie.

Friseur Marco Urban: 2G-Regel an einem Tag in der Woche

Marco Urban vom Haarstudio Harlekin in Merzhausen ist einer der Friseure, der genau dieses 2 G-Modell erfolgreich einsetzt. "Allerdings nur mittwochs", schränkt er ein. Die Kunden, die sich mit 2 G sicherer fühlten, ließen sich also immer am Mittwoch bei ihm "verschönern". Für die restlichen Tage gelte 3 G. Und das bedeute, dass auch die negativ Getesteten kommen können.

Im Salon von Edlund in der Neutorstraße in Usingen und auch in ihrem Geschäft Neu-Anspach bekommt man derzeit ebenfalls mit negativem Schnelltest einen Termin. "So lange es geht, möchte ich auf 2 G verzichten", stellt die stellvertretende Obermeisterin der Friseur- und Kosmetiker-Innung fest. Sie habe bereits Kunden verloren, die sich nicht testen lassen wollten. "Wir richten uns eben nach allen Vorgaben." Sie wolle die Grenze, wer in ihrem Laden bedient werde und wer nicht, nicht ziehen. Aber am Wochenende finde ein Lehrgang der Innung statt. Da erhoffe sie sich neue Kenntnisse in Sachen 2 G für die Frisöre.

Bei 2 G kann Marco Urban genauso wie seine Kunden auf die Maske verzichten.

Friseurin Sylvia Bingsohn: Richtet sich bei 2G ganz nach ihren Kunden

Sylvia Bingsohn führt in Schmitten den Salon Sylvia. Sie richte sich, was 2 G oder 3 G angehe, ganz nach ihren Kunden. "An manchen Tagen haben wir nur Geimpfte und Getestete hier", berichtet sie. Einen festen Tag dafür wolle sie den Kunden aber nicht vorschreiben. "Was mache ich dann mit der langjährigen Kundin, die zwar negativ getestet, aber nicht geimpft ist, und die beispielsweise am 2 G-Tag nicht kommen kann?" Sie achte darauf, dass Ungeimpfte nicht gleichzeitig mit Geimpften oder Genesenen einen Termin bekommen. "Ich kann doch entscheiden, wie ich die Termine vergebe."

Bei Farha Petrosians und ihren gleichnamigen Salon Petrosians Friseursalon Farha in Grävenwiesbach gilt nach wie vor 3 G. "Ich finde es meinen Kunden gegenüber unfair, Ungeimpfte auszuschließen", sagt sie. "Das müsste die Politik entscheiden und nicht uns Frisören eine solche Entscheidung überlassen", findet sie. Sie kenne alle ihre Kunden sehr gut und wisse genau, wer geimpft sei und wer nicht. Von daher sei die 3 G-Regel völlig in Ordnung, meint sie.

Friseurin Tatjana Kimmerle: Kein Haarschnitt ohne Corona-Test

"Ohne negativen Test kommt hier keiner rein", betont Tatjana Kimmerle vom Salon Time for Hair in der Gustav-Heinemann-Straße in Neu-Anspach. Aber mit der 2 G-Regel, also nur Genesene und Geimpfte zu den Kunden zu zählen, könne sie sich nicht anfreunden. "Dann könnte ich ja auch keine Kinder mehr bedienen." Deshalb finde sie die 3 G-Regelung völlig in Ordnung in der derzeitigen Phase der Pandemie.

In Weilrod in der Bachstraße arbeitet Lilly Burhardt alleine in ihrem Salon Lillys Hairstyle. Bei dieser Arbeitsweise sitze ohnehin immer nur ein Kunde im Stuhl, erklärt sie, weshalb es keine Probleme gebe. Sie habe sich aber dennoch für 3 G entscheiden und nicht für 2 G. "Es ist doch die Entscheidung eines jeden Einzelnen, ob er sich impfen lässt oder nicht", sagt sie. Es gebe nämlich in ihrem Kundenkreis mehrere Leute, die nicht geimpft seien. "Ich habe jetzt zwei Jahre lang eine Maske getragen, da kommt es auf weitere Zeit mit Maske auch nicht an", betont sie. Hauptsache sei, wieder arbeiten und allen ihren Kunden gerecht werden zu können. (Monika Schwarz-Cromm)

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