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Hello Becker schaute als Leierkastenmann mit Witz in die Geschichte.

Fröhliches und Nachdenkliches beim Lumpenball

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Der Lumpenball im Schlepper-Treff gehört inzwischen zu den angesagtesten Faschingsveranstaltungen in der Kleeblattstadt. Aber langsam wird es eng in der Bude.

Er ist ein Geheimtipp: Der Lumpenball bei den Schlepperfreunden. Werbung braucht die Veranstaltung, die noch etwas grün hinter den Ohren ist, kaum noch, denn der kleine Saal war erneut rappelvoll als am Faschingssamstag die erste Lumpen geschwungen wurden.

Und man sah dem Häuschen am dunklen Waldrand rein äußerlich erst mal nicht an, was drinnen los war: Remmidemmi von der ersten Minute, unter Girlanden und Luftschlangen saß Schulter an Schulter ein gut aufgelegtes Publikum und ein DJ legt die dazu passende Schunkel- und Stimmungsmucke auf.

Aber bevor sich das „Lumpenpack“ höchst selbst auf die Tanzfläche schwang, gab es ein Programm, dass einer Fremdensitzung alle Ehre machte. Mit acht Nummern gespickt kam keine Langeweile auf. Den Anfang machten „alle“, später tanzten noch einmal „alle“, dann nocheinmal „alle“ und dann sangen nocheinmal „alle“ zusammen das Schlepper-Lied.

„Alle“, so wie es im „Setup“ hieß, das waren Birgit, Uta, Petra, Sandra, Karin, Buggi und Sabine. Letztere begleitete die muntere Sangesgruppe auf der Gitarre und Sabine Allhenn begleitete auch Hello Becker. Es war ein heiterer, aber auch nachdenklicher Vortrag der beiden. Hello erinnerte mit einem Song an den Anspacher Leierkastenmann „Bimbo“, der seinen Kasten dem Museum überlies samt Kurbel, denn wenn man nicht mehr leiern kann, braucht man auch keine Kurbel, so die bittersüße Moral.

Nicht gekrubelt aber geschrubbt wurde in der Wanne. „Die Wanne ist voll“, lautete die bekannte Grease-Parodie, die Birgit Becker zusammen mit Petra Pippinger in einem Sketsch verarbeiteten. Der Knüller dabei waren die Kostüme der Badewannennixen, vor allem das „Ohne-was-Kostüm“, bei dem zum Schluss auch noch der Minitanga aus der Wanne flog. Szenisch raffiniert gemacht mit Badewannenattrappe und Badeschaum-Seifenblasen pustendenden Helferinnen.

Deren bedurfte Andreas Moses nicht, der statt mit Badeperlen oder Tangas mit Kalauern um sich schmiss. „Alle“ sorgten mit einem Strumpfhosen-Tanz sowie einem „YMCA“-Showtanz für Action. Buggi und Sandra ließen es in einem Ehepaar-Sketch am Frühstückstisch langsam angehen, Zeitungsschmökern inklusive. Und die Pointe nach dem Motto „Vorsicht beim Ausfragen, ,Mann‘ könnte sich verplappern“, saß. Bei einem solch reichen Bühnenprogramm darf selbstverständlich auch ein Moderator nicht fehlen und hier konnten die Schlepper sogar auf einen „Super-Mann“ zurückgreifen. Der protzte in seinem Kostüm zwar mit Muskelbergen, aber wer ihm zu nahe kam, der merkte schnell was hinter der Fassade steckte und dass der Superman „Hessisch“ babbelte, war ebenfalls sehr suspekt. Der „Taunus-Thomas“, alias Thomas Eberle, ist ein singender Entertainer, der es aber nicht beim Moderieren beließ, sondern auch ein Medley bekannter Hits „uff hessisch“ zum Besten gab.

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