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Für Katastrophenfall gerüstet?

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Eine Sirene als Warnmöglichkeit für die Bürger befindet sich auf dem Dach der CWS - so sie denn funktioniert.
Eine Sirene als Warnmöglichkeit für die Bürger befindet sich auf dem Dach der CWS - so sie denn funktioniert. © INKA FRIEDRICH

Die Feuerwehr krankt an Mitgliedermangel und passenden Sirenensignalen.

Vor ein paar Tagen hat sich das Flutunglück im Ahrtal zum ersten Mal gejährt. Bislang sind die Schäden in der Region noch nicht einmal im Ansatz behoben. Und es stellt sich die Frage, ob die Feuerwehren, sollte sich im Hochtaunus ein solches Szenario ereignen, anders aufgestellt sind und mittlerweile stärker vorsorgen konnten, um möglichen Katastrophenszenarien besser begegnen zu können.

Ein Beispiel dafür ist die Usinger Feuerwehr, von deren Einsatzkräfte zum Teil selbst in NRW eingesetzt wurden. "Natürlich haben wir uns in der Wehrführerausschusssitzung über die Erfahrungen und die Konsequenzen, die in unserem Zuständigkeitsbereich liegen, ausgetauscht", sagt Stadtbrandinspektor Michael Grau. Dennoch könne keine einzelne Wehr ein solches Szenario beherrschen, dafür gebe es den Katastrophenschutz im Landkreis, Land und Bund.

Bedarf wird gerade ermittelt

Allerdings lasse die Stadt aktuell einen Bedarfs- und Entwicklungsplan von einer externen Firma fortschreiben. "Das Ergebnis müssen wir zunächst einmal abwarten", erklärt der Stadtbrandinspektor. Ein Wunsch der Usinger Wehr sei, sich mit dem Fuhrpark auf verschiedene Szenarien, wie Blackout, Trinkwassernotstand, Vegetationsbrandbekämpfung, Umweltschutzfälle, Einsatzstellenhygiene, Bevölkerungsschutz oder Selbsthilfe breiter und flexibler aufzustellen. In diesem Zusammenhang hätten schon Gespräche innerhalb der Stadt und dem zuständigen Kreisbrandinspektor stattgefunden.

Doch auch die Usinger Wehr beschäftigen die Probleme, die viele Kommunen beschäftigen. Beispielsweise gehen die Zahlen der ehrenamtlichen Einsatzkräfte in der Gesamtstadt deutlich zurück. "Die Stadt Usingen ist für ihre Feuerwehr voll verantwortlich und muss sich um eine zeitgemäße Ausstattung und alle Belange selbst kümmern. Darum kann ich die Bevölkerung nur dringend aufrufen, sich ihrer zuständigen Feuerwehr anzuschließen", sagt Grau. Auch die Kinder- und Jugendfeuerwehren der Stadtteile kämpften zum Teil mit Mitgliederschwund.

Das Tagesgeschäft kann zwar mit der Mannschaft, den Fahrzeugen und Gerätschaften selbst noch abgedeckt werden. "Für die großen Herausforderungen in der heutigen Zeit, wie beispielsweise Naturereignisse oder einen Blackout jedoch müssen wir uns deutlich breiter aufstellen", meint Grau.

Nur noch Warnton bei Feueralarm

Ein Problem liege auch in der Abschaffung der Warnämter. "Auf diesem Wege können wir die Bevölkerung nicht mehr informieren", bedauert Grau. Der Hochtaunuskreis hätte zwar eine Mobela-Warnanlage zur Verfügung gestellt, mit der die Menschen in Usingen per Durchsage Informationen bekommen könnten. Ansonsten bestehe nur die Möglichkeit, die Usinger Bevölkerung über die aktuellen Warn-Apps des Kreises oder Bundes zu warnen. Aktuell gibt es 13 Sirenen in Usingen, diese seien allerdings nur zur Alarmierung der Feuerwehr geeignet. In diesem Zusammenhang habe die Stadt Usingen in der jüngsten Zeit eine Analyse in Auftrag gegeben, um etwaige Schwachstellen aufzudecken und zu zeigen, wo die Buchfinkenstadt in Zukunft noch dringend nachbessern sollte. VON INKA FRIEDRICH

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