Gegen das Treisberger Windrad

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Windräder kommen nicht über Nacht mit dem Hubschrauber, sondern, zwar auch bei Nacht, aber mit riesigen Lastwagen. Das ist verkehrstechnisch problematisch, vor allem, wenn die Anlagen im Wald gebaut werden.

Windräder kommen nicht über Nacht mit dem Hubschrauber, sondern, zwar auch bei Nacht, aber mit riesigen Lastwagen. Das ist verkehrstechnisch problematisch, vor allem, wenn die Anlagen im Wald gebaut werden. Etwa auf dem Treisberg. Das ist nicht nur für die Dörfler droben auf dem Berg und die Schmittener Politik ein Reizthema, sondern auch für Weilrod, wo man vor allem in Finsternthal alles andere als begeistert ist, stünde das einzige Windrad alles über-ragend doch näher am Weilroder Ortsteil als an Treisberg.

Vor diesem Hintergrund birgt eine Anfrage des Projektentwicklers ABO Wind an die Gemeinde Weilrod durchaus eine gewisse Brisanz. Es wird angefragt, die Laster mit den Turmteilen und den Rotorblättern für das Treisberger Rad, so es denn überhaupt genehmigt wird, mal eben durchzulassen. Bürgermeister Axel Bangert (SPD) berichtete den Mitgliedern des Haupt- und Finanzausschusses in deren Sitzung am Donnerstag von der Bitte des Wiesbadener Unternehmens, die Befahrung von etwa 2,3 Kilometern im Besitz der Gemeinde befindlichen Waldwegen im Bereich der Rennstraße zu erlauben. Dafür, so Bangert, müssten zwar „ein paar Bäume zur Seite gerückt und der Weg verbreitert werden“, immerhin gebe es dafür aber auch „ein paar Euro“. Im Gemeindevorstand, der darüber zu entscheiden hat, tue man sich, so Bangert im TZ-Gespräch, derzeit noch etwas schwer. Immerhin gebe es einen klaren Beschluss der Gemeindevertretung, keine weiteren Windkraftanlagen im Nahbereich von Weilrod mitzutragen beziehungsweise diese nach Möglichkeit zu verhindern. Auch sehe man die ungeheure Beeinträchtigung Finsternthals, die das hoch über dem Dorf im Wald aufgepflanzte Windrad mit sich bringen würde. Die Bürgerversammlung zu diesem Thema habe das Stimmungsbild mehr als deutlich gezeigt.

Andererseits berge eine Versagung des Durchfahrtsrechts, die möglicherweise vor dem Hintergrund der Gesetzgebung zu den Erneuerbaren Energien gerichtlich durchgefochten werden müsste, ein gewisses Prozessrisiko. Zum Dritten, so Bangert, würde eine solche Auseinandersetzung vor dem Verwaltungsgericht das Projekt erheblich verzögern, was aber durchaus den Vorteil in sich bergen könne, dass sich bis zu einer Entscheidung die Gesetzeslage zum Bau von Windrädern insofern geändert haben könnte, dass weniger als drei Anlagen keine Genehmigung mehr bekommen. Das alles gelte es in die Entscheidung einzubeziehen, wenngleich das Stimmungsbarometer derzeit schon eher in Richtung „Nein“ ausschlage: „Dem Grunde nach müssen wir dagegen sein“, sagte Bangert.

(as)

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