Foto-Aktion der Tierschützer

Gegen das Walschlachten

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Bilder von Walen, die vor den Färöer-Inseln in Niedrigwasser geschleust und abgeschlachtet werden, sind nichts für schwache Nerven. Sea Shepherd macht aber auch mit weniger spektakulären Fotos auf den grausamen Tod ganzer Walfamilien aufmerksam, und die wurden jetzt im Wehrheimer Schwimmbad gemacht.

Für Ralf Finger von Sea Shepherd, einer internationalen gemeinnützigen Organisation, die sich weltweit für den Schutz der marinen Tierwelt einsetzt, ist es unbegreiflich: Auf den Färöer-Inseln werden Jahr für Jahr hunderte von Grindwalen gejagt und getötet, ohne wirtschaftlichen Hintergrund oder um die Bevölkerung zu ernähren – nur aus der Tradition des Walfangs heraus.

„Früher mag das wichtig gewesen sein, aber heute gibt es dort alles, niemand muss hungern.“ Im Gegenteil, die Färöer seien eine wunderschöne, touristisch interessante Inselgruppe. Umso weniger kann er den Raubbau an der Natur, dessen Folgen für das maritime Ökosystem nicht abzusehen sind, verstehen. Da die Gefahr für die Grindwale in letzter Zeit wieder besonders groß ist, hat sich Sea Shepherd zu einer Foto-Aktion entschlossen, und auch die Regionalgruppe macht mit. Unterstützer ist die Tauchschule Aqua Life aus Usingen, und die veranstaltete im Wehrheimer Schwimmbad ein Fotoshooting, um „auf allen Kanälen“ wie Ralf Finger betonte, auf das bestialische Töten dieser sozialen Tiere aufmerksam zu machen.

Die Aktion trägt den Namen „Standup 250“, und alle Mitglieder und Freunde von Sea Shepherd waren aufgefordert, sich am „Black Friday“ zu beteiligen und die Grausamkeiten öffentlich zu machen. Eine Wirkung haben die Aktionen schon gezeigt: Die Kreuzfahrt-Unternehmen Aida und Hapag-Lloyd boykottieren bereits die Färöer-Inseln, auch als Folge der Tatsache, dass die Regierung der Färöer ein Gesetz erlassen hat, nach dem alle, die auf dem Atlantik in dieser Region Walherden sichten, diese melden müssen. „Bei Nichteinhaltung dieser Vorschrift drohte eine Strafe.“

Fünf Aktivisten, die das Schlachten der Wale verhindern wollten, seien derzeit in Haft, auch ihnen gilt diese Aktion. Stephan Flindt war aus Friedberg ins Wehrheimer Freibad gekommen, um mit den Fotos, die unter und auf dem Schwimmbad-Wasser, aber auch an Land geschossen wurden, Flagge zu zeigen. „Man muss auf allen Kanälen etwas dagegen tun. Wer es nicht macht, hat schon verloren.“ Auch wenn nicht nachzuweisen sei, dass der Grindwal vom Aussterben bedroht ist, weil niemand da ist, der bereit ist sie zu zählen, sei sicher, dass mit ihnen eine ökologische Vielfalt ungeahnten Ausmaßes verschwinde. Niemand kenne die Synergien zwischen den Walen und anderen Tieren oder Pflanzen genau.

Die in Wehrheim geschossenen Bilder werden über die Medien verbreitet, aber wer die Facebook-Seite von Sea Shepherd besucht, sollte sich auf grausame Fotos vom Abschlachten der Wale auf den Färöer-Inseln gefasst machen. Nichts für empfindliche Gemüter.

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