Geheimnissvolle Schlösser und Riegel

  • schließen

Spannend wie ein Krimi ist die aktuelle Sonderausstellung im Usinger Stadtmuseum. Hinter Schloss und Riegel – oder genauer gesagt in Vitrinen dreht sich in diesen Tagen alles um Schlösser und Schlüssel.

Eine sehenswerte – und in dieser Zusammenstellung wohl auch einmalige – Ausstellung zum Thema „Alte Schlösser, Schlüssel und Riegel“ ist für interessierte Besucher noch an den folgenden Sonntagen bis einschließlich 11. Januar zu sehen.

Das Thema klingt erst einmal nicht sonderlich interessant. Aber hinter jedem der beachtlichen und mit viel technischer und auch handwerklicher Kunst gestalteten Objekte aus einer privaten Sammlung steckt eine spannende Geschichte.

Der Sammler, der namentlich nicht genannt werden möchte, hat die Exponate dem Geschichtsverein Usingen leihweise zur Verfügung gestellt und viele Geschichten zu den Ausstellungsstücken erzählt. Und die werden auch dem Besucher nicht vorenthalten. Denn Heribert Daume, der Vorsitzende des Geschichtsvereins und seine Frau Gudrun sowie weitere Mitglieder des Geschichtsvereins stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Und für alle Fälle stehen auch noch entsprechende Fachbücher zur Verfügung.

Schlösser und Schlüssel in allen Größenordnungen dürfen bewundert werden. Wie groß wohl die Truhe gewesen sein mag, zu der das mindestens vier Kilogramm schwere Schloss gehört, können auch die Daumes nur vermuten.

Die beiden tragen seit kurzem den Dienstschlüssel am Ringfinger, so dass ein Schlüsseldieb auch gleich zum Kidnapper werden müsste. Das ist keine Lügengeschichte, genauso wenig wie die Tatsache, dass in Usingen derzeit das auf das Jahr 1592 datierte Türschloss vom Wasserschloss des (Lügen-)Barons von Münchhausen zu sehen ist. Der hatte – ungelogen – sogar einen Mechanismus erfunden, mit dem er überprüfen konnte, wie viele Leute in seiner Abwesenheit versucht hatten ihn zu besuchen und dabei die Klinke gedrückt hatten.

All das und was es mit dem Keuchheits- und dem Witwenschlüssel auf sich hat, lässt man sich am besten bei einem Ausstellungsbesuch erzählen. Dabei kann der Interessent auch gleich selbst einen Blick auf über 2000 Jahre alte Holzschlösser aus der Römerzeit werfen, die damals schon nach dem gleichen technischen Prinzip funktioniert haben, wie heutige Schließsysteme. Der Kriegskassenschlüssel beispielsweise war eine komplizierte Angelegenheit. Die Sonderausstellung „Alte Schlösser, Schlüssel und Riegel“ ist morgen und am Sonntag, 11. Januar, jeweils in der Zeit von 14 Uhr bis 17 Uhr geöffnet. Auch Sonderführungen an Werktagen sind noch möglich. Gruppen können sich unter Telefon (0 60 81) 21 22 dafür anmelden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare