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Eine Sisyphosarbeit, die Spaß machte: Die Kinder baggerten den Sand von einer Seite auf die andere und wieder zurück.

Tag der offenen Tür

Per Geländewagen auf die Deponie

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Die Deponie Brandholz empfing am Wochenende zahlreiche Besucher zu einem Tag der offenen Tür. Es wurde gefeiert, ausgiebig informiert und gut unterhalten – und das auch noch für einen guten Zweck.

Wie am Freitagabend bei der YOU-FM-Party, so fuhren auch am Samstag Shuttlebusse aus Usingen und Neu-Anspach die Deponie Brandholz an. Am Freitag allerdings wurden die Party-Gäste von Absperrgittern zur Party-Meile geleitet und versammelten sich dort in einer stattlichen Publikumskulisse vor der YOU-FM-Bühne.

Am Samstag war das anders. Das Deponiegelände stand weitgehend offen, vor allem der Bereich der Betriebshöfe am Fuße des ehemaligen Müllkegels. So verliefen sich auch die Besucher, und es sah zeitweise weniger gut besucht aus als es zu erwarten war.

Dennoch nahmen sehr viele Bürger die Gelegenheit wahr, sich an Ort und Stelle über die Arbeit der Rhein-Main-Deponie zu informieren. Die hatte dazu ihre Hallen geöffnet, präsentierte Werkstätten und Gerätschaften und hatte ihren ansehnlichen Fahrzeugpark zur Schau gestellt. Und der besteht aus so manchen „Fahrzeug-Monstern“: So stand ein riesiger Radlader mitten auf dem großen Platz und konnte besichtigt und dabei bestiegen werden. Hüpfen war allerdings verboten, und auf diese Idee kam auch gar keiner. Nicht weniger groß und direkt daneben ein weiteres Monster, aber hier war das Hüpfen ausdrücklich erlaubt und erwünscht, denn es handelte sich um eine Hüpfburg im Format eines riesigen Frontladers mit Ketten. Darauf tobten die Kinder herum, aber für sie gab es noch viele weitere Attraktionen und diese hatten durchaus auch Informations- und Lerncharakter. Warum sollten Baggerfahrer beispielsweise immer nur Männer sein? So manche Mädchen hatten ebenso viel Spaß am echten Baggern auf einem Mininbagger wie die Jungs. Der Minibagger war der dritte im Bunde auf der Platzmitte, und dort schaufelten Kinder den Sand von einer Seite auf die andere. Puppentheater unterhielt die Kleinsten und thematisierte den Müll. Eine Bobbycar-Piste sausten andere Besucher herunter – keineswegs nur Kinder.

War das Betriebsgelände mit den Gebäuden und Hallen schon weitläufig, so ist das gesamte Areal der ehemaligen Mülldeponie doch riesig und zu Fuß kaum zu erschließen. Dazu halfen Planwagenfahrten und Touren mit Geländewagen. Die fuhren die Besucher hinauf, wo die letzten Müllberge mit Abdeckmaterial renaturiert werden. Aber viele schauten weniger auf den Müllberg als von diesem herunter. Vom Gipfel hat man einen atemberaubenden Rundblick auf Usingen und Neu-Anspach sowie die Taunusberge.

Und wer Glück hatte, konnte die Rasenmäher flitzen sehen, denn die Schlepperfreunde Neu-Aspach richtete auf einem Nebenplateau

Rasenmäherrennen

aus. Zahlreiche Vereine beteiligten sich am Programm, darunter auch die Freiwillge Feuerwehr Hausen-Arnsbach, die mit dem Betriebsbrandschutz der Deponie kooperiert. Müllentsorgung, Wiederaufarbeitung und Energiegewinnung sind heute ein komplex verzahnter Bereich, und auch das wurde anschaulich präsentiert, denn die Rhein-Main-Deponie GmbH mit dem Hochtaunuskreis und dem Main-Taunus-Kreis als Gesellschafter besteht aus zahlreichen Tochtergesellschaften und arbeitet mit Stadtwerken und Firmen zusammen.

Die Geschäftpartner und Sparten informierten an Ständen, die den Platz mit dem Festzelt umsäumten. Dabei werden den Bürgern auch die Firmen, wie beispielsweise Städtereinigung Kilb und Bördner Städtereinigung, aufgefallen sein, die den Müll vor ihrer Haustür abholen. Ingenieure stellten die neuesten Umwelttechnologien vor, und von besonderem Interesse waren die Experten-Führungen, wobei das Bauprojekt der neuen Biogasanlage im Fokus stand.

Unter den Info-Pavillons befand sich auch ein Stand des Vereins Kilimanjaro Kids. Dort konnte sich der Besucher über die Arbeit des Hilfsvereins informieren und wo die Eintritts-Erlöse der Deponie-Party am Abend zuvor hingehen. Gleich nebenan der Stand der Palabek H.O.P.E School, an dem zu bestaunen war, was man aus Recycling-Material alles machen kann: Modischen Schmuck beispielsweise, der zugunsten eines Schulprojektes in Uganda verkauft wurde.

So war der Tag der offenen Tür eine gelungene Mischung aus Unterhaltung auf dem und Information über den weit sichtbaren Deponie-Kegel in der Taunuslandschaft.

Einen ausführlichen Bericht über die große YOU-FM-Party am Freitagabend lesen Sie auf Seite 19.

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