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Gemeinde als Festveranstalter?

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Von: Monika Schwarz-Cromm

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Das Flüchtlingswohnheim im Forstweg feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen. Grund genug für die Grünen, die Gemeinde in die Pflicht zu nehmen.

Geburtstage sollen gefeiert werden. Wenn das Geburtstagskind das Flüchtlingswohnheim im Forstweg in der Nähe der Katholischen Kirchengemeinde ist, dann kann es in Zeiten der derzeitigen Flüchtlingskrise auch ein besonderes Fest sein. Um den Wert dieses Jubiläums herauszustellen, beantragten die Grünen, dass sich die Gemeinde dabei besonders ins Zeug legt.

Wie? Indem sie beim Träger der Einrichtung vorspreche und gewährleiste, die Organisation samt Durchführung dieser 25-Jahr-Feier zu unterstützen. „Diese 25 Jahre kann man dank einer von Beginn an professionellen Betreuung durch den Träger und dank vielfältiger begleitender ehrenamtlicher und kirchlicher Aktivitäten als Erfolgsgeschichte bezeichnen“, begründete Sybille Haas während der Gemeindevertretersitzung.

Integration verlaufe dort frei von Skandalen und mit dem angemessenen Selbstverständnis dieser Aufgabe, berichtete sie. Somit könne sich Grävenwiesbach glücklich schätzen, ein solches Projekt in der Gemeinde vorweisen zu können.

Für die Grünen stand fest, dass eine Beteiligung vonseiten der Gemeinde an der Jubiläumsfeier im September selbstverständlich sein sollte. Doch dabei hatten sie in Bürgermeister Roland Seel (CDU) keinen Freund gefunden.

Bedenken

Der bestätigte zwar die gute Arbeit im Forstweg und das gute Miteinander, das nach wie vor reibungslos funktioniere. Der Ansicht, dass die Gemeinde sich in die Planungen einer Jubiläumsfeier einmischen müsse, war er allerdings ganz und gar nicht.

„Nur der Gemeindevorstand kann die Gemeinde offiziell vertreten“, erklärte er den Grünen. Und damit bleibe die Gemeindevertretung außen vor und könne nicht, wie im Beschlussvorschlag der Grünen vorgesehen, die Gewährleistung zur Unterstützung einer Feier für das Flüchtlingswohnheim übernehmen.

Kurt Solz (FWG) hatte bei diesem Antrag so oder so Bedenken. „Was ist mit den anderen Vereinen, wenn die Jubiläen feiern?“, fragte er. Ihm gehe es dabei um die Gleichbehandlung. Eine Beteiligung gehe nur unter Einhaltung der Haushaltsgenehmigung, warf Tobias Stahl (CDU) ein. Dieser sei die Gemeinde sowieso verpflichtet, beteuerte Bürgermeister Seel und schlug vor, den Gemeindevorstand zu bitten, diesbezüglich den Kontakt zum Flüchtlingswohnheim aufzunehmen.

Dies bedürfe aber keines ausdrücklichen Antrages mit Abstimmung, sagte Seel und versprach, sich darum zu kümmern und sich mit dem Heimleiter in Verbindung zu setzen.

Nein, eine Abstimmung setze Zeichen, entschied Sybille Haas und beharrte auf der Abstimmung. Die Zeichen, die dann gesetzt wurden, wären allerdings ohne Abstimmung positiver ausgefallen. Denn obwohl der Antrag der Grünen mit der Änderung mehrheitlich Zustimmung im Parlament fand, gab es neben zwei Enthaltungen auch Ablehnungen in der FWG-Fraktion, was aber die Freude auf ein schönes Jubiläumsfest nicht schmälern wird.

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