Gesang und Instrumentalmusik eng verwoben

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Es ist schon imposant, wenn 40 Sänger – in Schwarz mit roten und weißen Akzenten gekleidet – auf die Bühne schreiten. Noch imposanter war der Chorgesang, auch wenn sich Cantus Wirena bei der Matinee

Es ist schon imposant, wenn 40 Sänger – in Schwarz mit roten und weißen Akzenten gekleidet – auf die Bühne schreiten. Noch imposanter war der Chorgesang, auch wenn sich Cantus Wirena bei der Matinee zum Auftakt des 175-jährigen Bestehens der Sängervereinigung auf drei Stücke beschränkte. Cantus Wirena begann mit dem Willkommensgruß „Have A Nice Time“. So richtig strahlte Mark Opeskin am Klavier, als der Chor mit Leidenschaft und Andacht eines der bekanntesten Volkslieder Lettlands, der Heimat des Chorleiters, sang. Ein Lied, das den Stolz dieses Landes in vielen leidvollen Epochen seiner Geschichte ausdrückte. Gesungene Ausschnitte aus einem Oratorium von Louis Spohr (1784 bis 1859) leiteten perfekt zum instrumentalen Teil der Matinee über, in dem neun Lehrer der Musikschule die Zuhörer in der fast voll besetzten Mensa mit dem Nonett F-Dur Spohrs faszinierte.

Opeskin, der auch musikalischer Leiter der Musikschule ist, hob die sich gegenseitig befruchtende Verbindung zwischen Chor und Musikschule hervor, von der auch die Matineen profitierten. Erläuterungen zu den präsentierten Werken und ihren Komponisten seien fester Bestandteil des Matinee-Konzeptes, das klassische Musik kostenfrei für jedermann zugänglich machen wolle.

Spohr sei einer der besten Geiger der Welt und der Dirigent gewesen, der als erster einen Taktstock benutzte, so Opeskin. Spohrs Kompositionen seien von Mozart beeinflusst und das Nonett Opus 31 eines seiner bekanntesten Werke. Typisch für Spohr sei eine thematische Verknüpfung über die Satzgrenze hinaus. „Das ist nicht falsch gespielt, das muss so sein“, erklärte Opeskin. In den Sätzen Allegro, Scherzo, Adagio und Vivace hörte das Publikum, wie sich Streicherquartett und Bläserquintett – daher der Name Nonett – gegenüber stehen, sich ergänzen und Kontraste darstellen. Der häufige Wechsel der Instrumentengruppen machte das Stück lebendig und ließ einen doppelchörigen Effekt entstehen, während in anderen Teilen Akzente und Stakkati energischer und ausgeprägter zur Geltung kamen.

(mai)

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