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Geschichten aus der Geschichte

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Maria Katharina Steinmetz, geborene Sachs, alias Walburga Kliem, erzählt bei der Kolpingfamilie Märchen. © saltenberger

Usingen -"Es war einmal in der Zeit, als Gottvater und der heilige Petrus noch dann und wann die Erde besuchten, dass sie über eine Blumenwiese gewandert kamen. Wie sie so gingen, begegneten sie dem Bösen, der war mürrisch und wandte sich weg und tat, als ob er sie nicht sähe. Guten Tag, sagte Gottvater, was hat dieser Mann im Sinn und wozu ist er unterwegs bei diesem schönen Wetter?

Ich will dir nicht darauf antworten, denn du bist kein gerechter Gott, schrie der Böse in voller Wut und wollte vorbei." Ob sich die Begebenheit in Wernborn abgespielt hat, wer weiß das schon, aber möglich ist es, denn Blumenwiesen gibt es da schon, aber wie ist es mit dem Bösen?

Das Gefühl, dass Gott in puncto Gerechtigkeit keinen ordentlichen Job macht, beschleicht sicher viele, in Wernborn oder anderswo, und angesichts dessen, was die Menschheit gerade so plagt, könnte auch ein Wernborner verständlicherweise toben, aber er hat in Wernborn noch immer eine solide Basis, beispielsweise bei der Kolpingfamilie.

Die veranstaltet regelmäßig ein Kaffeetrinken für Senioren, das wegen Corona, gerechtfertigt oder ungerechtfertigt, der liebe Gott wird's wissen, eine Flaute durchmacht. Beim jüngste Treffen wurden auch Märchen erzählt, so das eingangs vorgestellte "Jungfrau Marias Goldschuh" - ein Blumenmärchen". Ausgesucht hatte es Erzählerin Walburga Kliem: "Ich habe für Wernborn Geschichten um Blumen ausgedacht und ausgesucht", sagte sie, denn der Usinger Stadtteil gilt schließlich als Blumen- beziehungsweise Rosendorf.

Sie war vor der Corona-Zeit bereits drei Mal zu Gast gewesen, diesmal kam sie etwas altertümlich gewandet: langer brauner Rock, braune vorne geschnürte Weste, breiter Ledergürtel mit Tasche und eine Leinenhaube, aus der an der Seite ein geflochtener Zopf herunterhing. Kliem erzählte auch aus ihrem eigenen "Märchen", denn sie bewohnt ein Haus in Treisberg. Kliem hat sich mit der Hausgeschichte und der Familiengeschichte ihrer Bewohner befasst und schlüpft daher gerne in die Rolle der Bauersfrau von Treisberg. fms

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