Ein Gesicht, das die Stadt bestens repräsentiert

  • Andreas Burger
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Sollte sie irgendwann eine Audienz beim Papst bekommen, wird sicher jemand die Frage stellen: Wer ist denn der Mann neben Petra Reuter? Denn die Frau ist bekannt, wie keine andere in der Stadt – und nicht nur in Usingen. Außerdem ist sie seit 25 Jahren im Dienst der Bürger.

Dass es in dieser Woche nur lobende Worte gab für eine Frau, die in Usingen viele Duftmarken setzte, hat seinen Grund. Denn Petra Reuter ist seit 25 Jahren unterwegs im öffentlichen Dienst. Nun hört sich öffentlicher Dienst irgendwie verstaubt an, nach Stechuhr, fester Mittagspause und freitags ab 12 Uhr Feierabend.

Mitnichten. Denn wer Petra Reuter kennt, weiß, dass ihr Job mit jedweder Zeiterfassung zwecks Überstundenabrechnung nicht kompatibel ist. Und so fährt sie am Wochenende auch schon mal mit ihrem Mann gen Frankfurt, um dort einen Kaffee zu trinken. Was in Usingen kaum möglich ist, da stets „Ach Frau Reuter, können sie nicht. . .“, oder „Haben Sie meinen Brief schon bekommen und geantwortet. . ?“ die traute Zweisamkeit stört.

Wobei stören das falsche Wort ist. Denn sie „liebt“ ihren Job in der Wirtschaftsförderung, der mit Sicherheit nicht immer Vergnügungssteuer-pflichtig ist.

Angefangen hat die stets modisch gekleidete Frau in der Dortmunder Verwaltung (1979 bis ’84, inklusive FH-Studium), und unter der Bürgermeisterin Eva-Maria Tempelhahn bekam sie nach einer Berufspause von zehn Jahren die Chance, wieder einzusteigen. Am 1. Oktober 1995 sollte sie beginnen. Was dann aber nicht klappte, die Rathauschefin Tempelhahn beanspruchte ihre Arbeitskraft früher. „Direkt nach der Kerb“, schmunzelte Reuter, „musste ich loslegen“. Als Erziehungsvertretung ging’s los, dann kam die Schnittstelle zu den gewerbetreibenden ins Aufgaben-Buch. Bis dann jemand das ihr ganz eigene Talent entdeckte: Petra Reuter kann Großveranstaltungen organisieren wie niemand sonst. Mit der 1200-Jahr-Feier 2002 bestand sie ihre Feuertaufe. Und diese Fete benötigte zwei Jahre Planungszeit, bis am 31. Dezember 2001 Punkt Mitternacht am Schlossplatz die Jubiläumsböller das umfangreiche Jahresprogramm „einschossen“.

Bürgermeister Steffen Wernard war in der kleinen Feierstunde im Rathaus voll des Lobes ob dieser Frau, die gerade in der Außendarstellung der Stadt Großes leiste. Als „stets verlässlich, mit Durchsetzungsvermögen und immer verbindlich“ umschrieb Hauptamtsleiter Michael Guth seine Kollegin.

Personalratschefin Sylvia Kunz unterstrich das Lob und wies darauf hin, dass gerade in Reuters Job oft viele Kritik ankäme, mit der die Jubilarin aber mit Eleganz umzugehen verstehe.

Als „Aushängeschild für Usingen“ bezeichnete die Gleichstellungsbeauftragte Ute Harmel ihre Kollegin Petra Reuter, lobt die Professionalität ihres Tuns, ihre stete Ansprechbarkeit für Bürger und Kollegen, ihren unermüdlichen Fleiß und das Engagement weit über die Arbeitszeit hinaus. „Sie hat sich das Vertrauen der Kollegen und der Bürger erarbeitet“, war sich Harmel sicher.

Reuter war ob des Lobs sichtlich gerührt und unterstrich, wie wichtig ihr ihre Arbeit sei, vor allem, weil sie Usingen lieben gelernt habe. Und natürlich nickte sie zu Wernards Bitte, sie möge noch lange für die Stadt tätig sein.

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