Gesund leben in gesunder Umgebung

  • vonMonika Schwarz-Cromm
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Pestizide und ihre Wirkung sind das heiße Thema der Agendagruppe Umwelt. Die Mitglieder wollen die Mitbürger und auch die Landwirte aufrütteln, aufklären und ihnen helfen, es besser zu machen.

Eine heiße Diskussion brachten die Wogen während der Sitzung der Agendagruppe Umwelt zum Wallen. Der Grund war der aktuelle Flyer zum Thema Pestizide, der von der Agendagruppe in Zusammenarbeit mit Klaus Fenslau und Aida Infante entwickelt wurde. Eine Maßnahme, die auf Antrag der Grünen bereits vor einem Jahr von der Gemeindevertretung beschlossen worden war. Dieser Flyer liegt inzwischen jedem Weilroder Haushalt vor, und es gibt weitere 500 Exemplare bei der Gemeindeverwaltung.

Kritisiert wurde in der Sitzung, dass der Flyer zu wenige Hinweise enthält, wie man es besser machen könne. Dazu gebe es das Infoblatt „Gärtnern ohne Gift“, das Marlis Teubert vorlegte und das die Gruppe in einer Auflage von 3000 Exemplaren bestellen will, um es den Weilrodern zur Verfügung zu stellen, so das Gegenargument.

Aida Infante berichtete davon, dass Pestizide sich auch an die Muttermilch binden, da sie zum größten Teil fettlöslich sind. „Sie werden so von der Mutter an das Kind weitergeben“, sagte sie. Krankheiten wie Diabetes oder ein zu hoher Cholesterinwert könnten von Pestiziden ausgelöst werden. Sie beklagte, dass seit sie nach Oberlauken gezogen sei, sich der Pestizideinsatz rund um den Ort erhöht habe.

Dem widersprach allerdings Landwirt Harald Haibach. „Die Veränderung kann mit der Fruchtfolge oder mit einem unterschiedlichen Schädlingsbefall zu tun haben“, erklärte er und verteidigte dabei auch seine Kollegen. Der Erwerb von Spritzmitteln sei nur mit dem entsprechenden Sachkundenachweis und der guten fachlichen Praxis möglich. Die gesetzlichen Vorgaben würden eingehalten. Haibach betonte, der Einsatz von Spritzmitteln erfolge nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten. Zunächst werde der Bestand nach der Schadschwelle begutachtet, damit die Pflanzenschutzmittel mit geringstem Aufwand eingesetzt werden könnten. Das spare Arbeitszeit, Pflanzenschutzmittel und Treibstoff. Es handele sich um ein gesellschaftliches Problem, ergänzte Dr. Tillmann Kluge. „Lebensmittel dürfen nichts mehr kosten“, sagte er. Und schon war die Gruppe mitten drin in einer Diskussion um weltpolitische Themen, aus der schließlich aber die Idee hervorging, eine Veranstaltung zum Thema „Gesund leben in gesunder Umgebung“ anzubieten. Bei dieser Veranstaltung sollten beispielsweise Information angeboten werden, wo ein Landwirt finanzielle Hilfe finden kann, wenn er auf ökologische Landwirtschaft umstellen will.

Als Veranstaltungsort wurde Schloss Neuweilnau vorgeschlagen, da dort sowohl Räume für Vorträge als auch die Möglichkeit, Stände von Biobauern und Bioläden aufzustellen, vorhanden sind. Aida Infante, Christian Lemiesz, Klaus Fenslau, Eva Holdefer, Marlis Teubert und Sabine Neugebauer wollen das Ganze nun organisieren.

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