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Präsentierten gestern die neue Weihnachtskugel (von links): Gewerbevereinschef Ralf Müller, Dr. Rudolf Brehm als Seniorchef und Martin Brehm, der nun die Apotheke führt.

Usinger Amts-Apotheke mit Hand auf Glas gemalt

Gewerbeverein stellt die neue Weihnachtskugel vor

  • vonAndreas Burger
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Zum 16. Mal erinnert der Verein an prägende Gebäude der Buchfinkenstadt - Kunstwerk wird in Lauscha aufwendig hergestellt

Sie gehört zu den prägenden Gebäuden in der Buchfinkenstadt: Die Amts-Apotheke am Alten Marktplatz beherrscht aber nicht nur die Szenerie in diesem Areal, sondern kommt zu ganz besonderen Ehren. Das Haus ziert die neue Weihnachtskugel des Gewerbevereins.

Seit 2005 können die Bürger ihren Baum mit den in Lauscha (Thüringen) handbemalten Kugeln mit Motiven Usinger denkwürdiger Gebäude zieren. Erst als Idee des Rotariers Joachim Zender entstanden, übernahm der Gewerbeverein 2012 die Aktion.

Dass es in diesem Jahr die Amtsapotheke getroffen hat, kommt nicht von ungefähr. Denn Gewerbevereinschef Ralf Müller hatte das Gebäude schon länger im Visier. Er bestimmt übrigens, was auf die Weihnachtskugeln kommt, denn als noch mehrere die Auswahl trafen, war das Geheimnis meist nicht lange ein Geheimnis. Deshalb ist die Entscheidung nun eine Solo-Veranstaltung, bis es eben, wie gestern, die Pressekonferenz dazu gibt.

Das Gebäude am jetzigen Standort entstand um etwa 1705, ein Zeitraum, in dem die gesamte Neustadt aufgebaut wurde - unter der Führung der Hugenotten. Zu diesem Zeitpunkt gab es noch die Hausnummern 17 und 19, die aber 1777 dann durch einen Ankauf zusammengelegt wurden.

Namenswechsel durch Heirat

Die Amtsapotheke selbst entstand bereits 1680 als Hofapotheke im Schweighöferhaus, also ganz in der Nähe des Schlosses. 1705 dann zog die Apotheke in die damalige Apothekergasse um, heute die Fritz-Born-Straße - es soll das Eckhaus gewesen sein. 1875 dann zog die Apotheke ein letztes Mal um in den jetzigen Standort.

Die Apothekerfamilie selbst hieß damals Loetze und stammte ursprünglich aus Thüringen. Die Ahnen waren Rudolf Loetze (Inhaber von 1857 bis 1887), Dr. Adolf Loetze (1888 bis 1930), Rudolf Loetze (1936 bis 1971), dann Manfred Brehm (1971 bis 2005), bis Dr. Rudolf Brehm, heutiger Seniorchef 2005 die Apotheke übernahm, seit 2020 hat er die Apothekenverantwortung an Sohn Martin übergeben, ist aber weiter Inhaber.

Die drei Söhne von Rudolf Loetze und Lotti Seifert fielen alle im Zweiten Weltkrieg. Damit endete sozusagen die Loetze-Ära. Allerdings adoptierte das Ehepaar 1953 Erika Loetze, eine Verwandte gleichen Namens aus Chemnitz. Diese heiratete 1955 den Apotheker Manfred Brehm. 1971 verstarb Rudolf Loetze, Brehm übernahm die Apotheke. Er hatte davor bereits seit 1955 dort gearbeitet. Aus der Ehe mit Erika Loetze, heute 99 Jahre alt, entstammt der heutige Inhaber Rudolf Brehm.

Vielfältige Sanierungen

Das Gebäude hat in den vergangenen Jahrzehnten mannigfaltige Sanierungen erfahren. Die Front zum Marktplatz hin etwa musste 1970 erneuert werden, da ein Wasserschaden die Balken des Fachwerks zerstörte. Der Rest des Hauses ist aber Fachwerk mit dem Lehmputz.

Dr. Rudolf Brehm hat erst 2018 das Dach erneuern und die Fassade auffrischen lassen. Bei einem Rundgang ist er nicht ganz ohne Stolz, dass so viel des alten Gebäudes erhalten blieb - wie etwa die geschwungene Treppe oder die Türen, die noch auf barocke Herkunft schließen lassen, sowie barocke Elemente an den inneren Fensterkästen. Sogar ein alter Brunnen ist noch zu finden, der allerdings inzwischen im Ruhestand weilt. Unter dem Haus ruhen die sehr gut erhaltenen Gewölbekeller. Zum Ensemble selbst gehört übrigens auch die Neutorstraße 1, die heute aber als Standort für die Buchhaltung dient. bur

Kugel-Verkauf

Wer die Weihnachtskugel haben möchte, kann diese hier für 12,50 Euro kaufen: Augenweide, Kreuzgasse, Betten Günter, Am Riedborn, Meyer Optik Obergasse, The Schuh Effekt, Kreuzgasse, Körnerkammer, Am Riedborn, Wilhelm Kraus Zitzergasse.

Die neue Kugel wird von der Amts-Apotheke geziert.

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