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Bei doppelt so vielen Sitzen wie im vergangenen Parlament haben die FDP-Mitglieder gut lachen.

Liberale in Wehrheim

FDP gibt sich gesprächsbereit

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Wenn die FDP angesprochen wird, kann sie sich eine Zusammenarbeit mit anderen Parteien vorstellen. Billig verkaufen wird sie sich jedoch nicht, und ihre Wahlversprechen möchten die Freidemokraten auf jeden Fall einhalten.

Die FDP war die erste Partei, die sich nach der Kommunalwahl konstituierte. Die Freidemokraten hatten aber auch noch etwas nachzuholen: Ihre Siegesfeier, denn die musste am Wahlabend ausfallen, weil das ausgewählte Lokal nach der langen Stimmenzählung bereits geschlossen hatte. „Dafür liegen jetzt aber auch die endgültigen Zahlen vor“, nannte Vorsitzender Harald Stenger den Vorteil.

Mit vier Sitzen hat sich die FDP gegenüber der vergangenen Legislaturperiode um hundert Prozent verbessert. Im Vergleich zum Stimmenergebnis liegt der Zugewinn sogar noch höher: 2016 kamen auf die Freidemokraten 13,3 Prozent, 2011waren es nur 6 Prozent.

Mindestens so wichtig ist Stenger, dass sie sich mit diesem Ergebnis in den Ausschüssen nicht nur zu Wort melden können, sondern auch Stimmrecht haben, und mit vier Delegierten jeden Ausschuss bedienen können. Für ihn ist dieses Ergebnis vor allem einem überaus engagierten Wahlkampf zu verdanken, der unter Einbeziehung der neuen Medien – Facebook und Internet – alle Generationen erreicht habe. Dieser Einsatz und das Ergebnis hatten auch neue Mitglieder gebracht, so dass jetzt 17 auf der Liste stehen, von denen immerhin neun zur Versammlung gekommen waren. Sven Carstens war bereits vor der Wahl eingetreten und hatte sogleich die Internetseite auf Vordermann gebracht, und Tanja Kaspar, die zwar etwas traurig war, dass sie den Platz im Obernhainer Ortsbeirat verfehlt hat, verkündete ihren Beitritt mit den Worten. „Ich danke euch, dass ihr mich so gut aufgenommen habt, und werde sehr gerne Mitglied.“ Anstelle des Ortsbeirats wird sie ihren Ortsteil im Parlament vertreten, und da könne sie viel mehr erreichen, machte ihr Stenger die Arbeit schmackhaft. Schließlich habe der Beirat nur eine beratende Aufgabe. Marie Kruchten hat das Amt bekommen, das sie auch angestrebt hat – einen Sitz im Wehrheimer Ortsbeirat. Spitzenkandidat Harald Stenger wird wohl wieder in den Gemeindevorstand gehen, und an seiner Stelle Patrick Pohl zusammen mit Tanja Kaspar, Werner Etzel und Klaus Schumann die FDP im Parlament vertreten. Für den Vorsitzenden sind seine Prognosen eingetroffen, er ist sehr zufrieden, denkt aber auch schon weiter und über eine mögliche Zusammenarbeit nach. Er sei einer solchen nicht abgeneigt, aber nur, wenn eine Partei auf ihn zukomme. Ingmar Rega zeigte den Weg auf: „Wir müssen die Programme nebeneinander legen und dann entscheiden was passt.“ Billig verkaufen werde sich die FDP nicht, über Sachthemen wie Digitalisierung und Modernisierung der Verwaltung, Windkraft nicht am Süßen Berg oder weiterführende Schule müsse diskutiert und Einigkeit erzielt werden. Rega ließ durchblicken, dass eigentlich nur die CDU infrage komme, weil sie als einzige wie die FDP ein ausgearbeitetes Programm habe. „SPD und Grüne haben nur Thesenpapiere.“ Harald Stenger betonte: „Wir müssen die Dinge thematisieren, die wir versprochen habe.“

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