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Die Eröffnung der auf 30 Betten erweiterten geriatrischen Abteilung in den Hochtaunus-Kliniken muss wegen eines Wasserschadens verschoben werden.

Hochtaunus-Kliniken

Große Hitze im Krankenhaus

Die andauernde Hitze der letzten Woche macht sogar manchen gesunden Menschen schwer zu schaffen. Sie lechzen nach kühlen, klimatisierten Räumen und können sich Autos ohne die elektronische Kühlung gar nicht mehr vorstellen.

Die andauernde Hitze der letzten Woche macht sogar manchen gesunden Menschen schwer zu schaffen. Sie lechzen nach kühlen, klimatisierten Räumen und können sich Autos ohne die elektronische Kühlung gar nicht mehr vorstellen. Wie viel mehr leiden da Kranke und vor allem Alte, die sich ihren Aufenthaltsort nicht aussuchen können und auch selbst nicht in der Lage sind, Abhilfe zu schaffen. Wenn sie von Krankheit und Alter sowieso schon geschwächt sind, geht es ihnen besonders schlecht. Wie auch der Mutter von Karla Pyper-Regge. Sie ist seit drei Wochen in der Geriatrie der Hochtaunus-Kliniken Usingen, und ihr geht es dabei sehr schlecht, denn: „Hier gibt es keine Klimaanlage und auch die Fenster können nicht ganz geöffnet, sondern nur gekippt werden.“ Dass sie abgeschlossenen sind, kann sie gerade in der Geriatrie verstehen, aber dass der Pfleger der Bitte, sie ganz zu öffnen und für eine kurzzeitige richtige Durchlüftung zu sorgen, mit dem Bemerken ablehne, er dürfe das nicht, kann sie nicht verstehen. „Zumindest am frühen Morgen oder abends, das macht man zuhause doch auch.“ An Schlaf sei bei der Hitze nicht zu denken. Karla Pyper-Regge vermutet, dass auch das Pflegepersonal unter den Temperaturen leidet, und sie kann nicht verstehen, dass die Kliniken keine Klimaanlagen haben, zumindest in den Abteilungen, in denen Kranke liegen, die sich nicht selbst versorgen können. Schließlich verbessere die Hitze nicht gerade den Krankheitszustand.

Dr. Julia Hefty, von der Taunus Zeitung zu dieser Problematik befragt, kann die Sorgen der Patienten und ihrer Angehörigen verstehen, gibt aber zu bedenken, dass kaum eine Klinik vollständig mit Klimaanlagen ausgestattet sei. Nur in den Operationssälen und in Intensivräumen, in denen aus Hygienegründen keine Fenster geöffnet werden dürften, gebe es diese Technik. „Das hat energetische Gründe.“ Ein Klimasystem gehöre nicht zur Standardausrüstung einer Klinik, weil es enorm energieaufwändig und teuer sei. Zumal Sommer mit anhaltend heißen Temperaturen bisher noch eher selten seien. Die Fassade sei aber gut klimatisiert und schütze vor Hitze. Außerdem reagieren die Jalousien auf Sonneneinwirkung und schließen selbsttätig.

Die Geschäftsführerin weiß, dass auf Alte und Kranke bei Hitze besonders geachtet werden müsse, darauf sei auch das Pflegepersonal sensibilisiert und angewiesen, die Zimmer zu lüften und dafür zu sorgen, dass solche Patienten genügend trinken. Pfleger und Krankenschwestern seien durchaus autorisiert, die Fenster ganz zu öffnen und durchzulüften. Auch wenn das gerade bei diesen Patienten mit besonderer Sorgfalt gehandhabt werden müsse. Vor allem bei Demenz.

Dennoch müsse eine Durchlüftung der Zimmer für ein paar Minuten morgens und abends möglich sein, zumal, wenn Angehörige dabei seien. Tagsüber bringe ein offenes Fenster nichts, und auch Ventilatoren seien nur in der Lage, die heiße Luft herumzuwirbeln. Dr. Julia Hefty sagt aber zu, das Pflegepersonal erneut auf die schwierige Situation von Patienten, die sich selbst nicht helfen können, hinzuweisen, und auf regelmäßiges Lüften und die Versorgung mit Getränken hinzuweisen. mai

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