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Marina Pierucci (links) und Dana Barak zeigten im Offenen Atelier, wie gut Flöte und Klarinette harmonieren.

Das Offene Atelier in Wehrheim

Große Kunst braucht nicht immer große Bühnen

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Das Offene Atelier ist kein Konzertsaal. Und doch bietet es eine gute Kulisse für ganz besondere Konzerte.

Die beiden letzten Stücke –„Tico-Tico No Fuba“ und „Es führt über den Main“ – gefielen den rund 50 Zuhörern im Offenen Atelier am besten und waren die perfekte Zugabe. Nicht nur wegen der Bezüge zur Heimat der Flötistin und zu Frankfurt, wo Marina Pierucci (Flöte) und Dana Barak (Klarinette) studieren, sie hatten die Melodien auch selbst für ihre Instrumentkombination bearbeitet. Flöte – mit ihren hellen, klaren Tönen – und Klarinette, mit warmem sonorem Sound, klangen beim Konzert im Offenen Atelier hervorragend zusammen, und ergänzten sich perfekt. Dieses Zusammenspiel sei nicht allzu oft zu hören, versicherte Heike Diehl von Live-Music-Now, der von Yehudin Menuhin gegründeten Organisation, die klassische Musik zu denen bringt, die sie sich nicht leisten können oder keinen Zugang dazu haben.

Seit fünf Jahren bringt Live-Music-Now Konzerte in nicht alltäglichen Klang-Kombinationen nach Wehrheim, und die Zuhörer waren erneut begeistert. Von der Reise um die Welt, bei der die Musikerinnen, die als „Baracci Duo“ auftreten, auch bei der Familie Bach mit ihren 20 Kindern Station machten. Es gab ein Duett in zwei Sätzen von Carl Philip Emanuel zu hören, und Mozarts Kleine Nachtmusik – mal ganz anders arrangiert von Marina Pierucci. Bei dem einstündigen Musikerlebnis konnte zwar nicht getanzt werden, beim Ausflug zu Pjotr Iljitsch Tschaikowski nach Russland erklang jedoch der Tanz der Zuckerfee aus dem Ballett Nussknacker. Beim Rag begannen die Füße der Zuhörer dann zu wippen und beim Blues wurde es stimmungsvoll. Beides sind Tänze aus Amerika, komponiert von John Rutter. Es gab beschwingte lateinamerikanische Impressionen und als Hommage an die Tradition der Klarinettistin das traditionelle hebräische Gebet „Ose Shalom bim’romav“ zu hören, in dem vom Frieden die Rede ist, den Gott im Himmel und auf Erden stiften möge.

(mai)

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